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Trotula von Salerno

Trotula von Salerno gilt als erste große Medizinerin des Mittelalters. Trotula schrieb ein Standardwerk über die Geburtshilfe.

Trotula von Salerno lebte um 1100. Sie gilt als erste große Medizinerin des Mittelalters.

Die italienische Ärztin lebte und lehrte in Salerno, damals die Stätte medizinischer Forschung und schrieb ein lange Jahrhunderte verwendetes Standardwerk über die Geburtshilfe, das Passionibus Mulierum Curandorum. Obwohl ihr Name überliefert ist, ist die genaue Identität der Trotula von Salerno nicht bekannt. So gab es im 19. und 20. Jahrhundert auch Medizinhistoriker, die ihre Autorenschaft und auch ihren Beruf als Ärztin in Frage stellten. Ihr Hauptwerk sei so bedeuten gewesen, dass es unmöglich von einer Frau hätte stammen können. Trotula sei keine Ärztin sondern allenfalls Hebamme gewesen.

Wahrscheinlich stammte Trotula aus der vornehmen Familie der Rugiero und war Gattin eines angesehenen Arztes, Johannes Platearius. Mit diesem soll sie drei Söhne gehabt haben, Matthias und Johannes der Jüngere wurden als medizinische Autoren bekannt.

Trotula von Salerno Leben und Werk

Trotula von Salerno (auch Trotula di Ruggerio und Trota von Salerno) war praktische Ärztin und als solche Mitglied der Fakultät von Salerno. Sie schrieb mehrere Abhandlungen über die medizinische Praxis und arbeitete gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Söhnen an der medizinischen Enzyklopädie Practica Brevis (Kurze Praxis). In diesem medizinischen Werk sind Vorschriften über die Hygiene enthalten, die Leitsätze sind in Versform verfasst.

Im Haupttext der Schule von Salerno, De Aegritudinum Curatione aus dem 12. Jahrhundert, sind Texte der sieben Großmeister der Schule enthalten, darunter auch Trotulas Lehren.

Trotula Major

Ihr wichtigstes Werk war das Passionibus Mulierum Curandorum (auch als Trotula Major bekannt). Das Lehrbuch über die Geburtshilfe enthielt 83 Kapitel. Berühmt wurden auch Trotulas Bücher über Missgeburten und über die Zusammensetzung wirksamer Arzneimittel, hier setzte die Medizinerin, wie Hildegard von Bingen, auf einfache, erschwingliche Mittel und Rezepte.

Trotulas Passionibus Mulierum galt bis ins 16. Jahrhundert als Standardwerk an den medizinischen Fakultäten Europas.

Trotulas Werk

Ihre Bücher sind leider nicht in der Urschrift erhalten, sondern in zahlreichen, immer neuen Abschriften, die bis in die ersten Zeiten der Buchdruckkunst gehen. Die erste gedruckte Ausgabe des Passionibus Mulierum erschien im Jahre 1544 in Straßburg. Die gedruckte Ausgabe des medizinischen Lehrbuchs enthielt auch einige naturwissenschaftliche Abhandlungen von Hildegard von Bingen.


Siehe auch: Agnodike | Dorothea Christiane Erxleben | Hildegard von Bingen |
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