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Mary Ward

Die Ordensgründerin Mary Ward wurde durch ihre Arbeit zu einer Wegbereiterin einer besseren Ausbildung für Mädchen.

Mary Ward, auch Maria Ward, geboren am 23. Januar 1585, gestorben am 30. Januar 1645 in York (England). Englische Ordensschwester und Ordensgründerin. Gründete die Englischen Fräuleins (Institut der Englischen Fräulein) und wurde so zur Wegbereiterin einer besseren Bildung für Mädchen.

Herkunft Mary Ward

Geboren wurde Mary Ward in die Familie englischer Landadliger, die aufgrund ihres katholischen Glaubens in England verfolgt wurden. Mary erlebt mit, wie drei ihrer Verwandten wegen ihres katholischen Glaubens hingerichtet wird. Andere werden inhaftiert und gefoltert. Ihre Großmutter verbringt 14 Jahre im Gefängnis.

Protestanten gegen Katholiken in England

Das Leben von Mary Ward war geprägt von den Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken in England. 1558 hatte die protestantische Königin Elisabeth den englischen Thron bestiegen, während ihrer Regierungszeit hatte diese mit einigen katholischen Verschwörungen zu kämpfen und musste sich 1588 auch dem Angriff der Spanischen Armada erwehren. Im Jahr zuvor ließ Elisabeth ihre katholische Cousine, Königin Maria Stuart, hinrichten. Katholische Priester werden hingerichtet, die Teilnahme an der Heiligen Messe bestraft.

Mary Ward lernt die Jesuiten kennen

Im Alter von 15 Jahren kommt Mary zum ersten Mal mit dem Jesuitentum in Berührung. Sie kommt in ein Haus, das eine der Keimzellen des katholischen Untergrundes in England ist. Marys Ehrgeiz für die Sache wird geweckt, sie will als Braut Christi für ihre Sache streiten. Eigentlich soll sie Edward Neville heiraten, damals eine der großen Hoffnungen der katholischen Partei. Eine solche Heirat lehnt Mary ab.

Königin Elisabeth I. stirbt

1603 stirbt Elisabeth I. Ihr Nachfolger wird der Sohn von Maria Stuart, König Jakob I. von England und Schottland, der allerdings auch protestantisch erzogen wurde und es kommt nicht, wie von den englischen Katholiken erhofft, zu einer Lockerung der Gesetzgebung gegen den Katholizismus.

Mary Ward flieht aus England

1605 muss Mary nach der Pulververschwörung aus England fliehen. Alle Katholiken sollten nach der fehlgeschlagenen Verschwörung zu einen antipäpstlichen Treueeid gezwungen werden.

Mary Ward wird Klarissin

Mary Ward schließt sich zunächst als Postulantin den Klarissen an. Sie wird, obwohl sie eigentlich Chorfrau werden wollte, Laienschwester und muss Almosen sammeln. Einer Aufgabe, die Mary Ward auch körperlich nicht gewachsen war. Ein Geistlicher ermöglicht ihr dann den Austritt aus dem Kloster. Sie stiftet in Flandern ein eigenes Kloster nur für Engländerinnen, wieder nach den Ordensregeln der Heiligen Klara.

Allerdings hat Mary höhere Ziele und erkennt, dass das klösterliche Leben nicht der richtige Weg ist. Zunächst kehrt sie wieder nach England zurück und arbeitet dort im katholischen Untergrund. Das bringt ihr auch eine Verurteilung zum Tode ein, sie kommt jedoch wieder frei und geht wieder, zusammen mit einer Gruppe englischer katholischer Mädchen, nach Flandern.

Mary Ward und die Englischen Fräuleins

Sie will nun eine Gemeinschaft für Frauen nach Vorbild der Jesuiten schaffen. Ein Leben ohne Klausur also ohne das abgeschiedene Leben innerhalb eines Klosters. Dieses Ansinnen zieht den Verdacht der Sittenlosigkeit nach sich. Mary Ward versucht den Papst für ihre Gemeinschaft für Frauen zu begeistern, wegen fehlender Klausur lehnt dieser ihr Begehren ab. Mary beginnt mit der Gründung von Schulen.

Ketzerin Mary Ward

Unterstützung, auch finanzieller Art, findet Mary Ward in Kurfürst Maximilian I. von Österreich. Papst Urban VIII. hingegen erlässt 1631 eine Bulle, ihre Häuser müssen aufgelöst werden. Sie wird fest genommen und muss nach Rom. Neun Wochen wird Mary als Ketzerin inhaftiert. In München dürfen die Englischen Fräuleins dank Kurfürst Maximilian weiter Unterricht geben. Das Inquisitionsgericht endete zwar mit ihrer Rechtfertigung, ihre Gemeinschaft blieb jedoch aufgehoben. 1639 darf Mary Ward Rom schließlich verlassen, sie stirbt 1645 in ihrer Heimat England. Immer noch werden Katholiken hier verfolgt.

Anerkennung der Englischen Fräuleins

Erst 1703 bestätigt Papst Clemens XI. die Regeln der Englischen Fräuleins. Eine weitere Anerkennung erfolgt 1749 durch Papst Benedikt XIV. Erst 1909 wird Mary Ward von Papst Pius X. als Gründerin des Ordens anerkannt. Die Satzung der Jesuiten werden als Ordensregeln anerkannt.

Umbenennung in Congregatio Jesu

Seit dem 30. Januar 2004 nennt sich der römische Zweig des Ordens offiziell Congregatio Jesu (CJ). Maria Ward wollte immer, dass die von ihr gegründete Kongregation den Namen Jesu tragen sollte. Der Name verdeutlicht, dass es sich bei der Congregatio Jesu um den weiblichen Zweig der Societas Jesu, des Jesuitenordens handelt.

Ehrwürdige Dienerin Gottes

Am 19. Dezember 2009 wird Maria Ward von Papst Benedikt XVI. der Ehrentitel Ehrwürdige Dienerin Gottes zuerkannt. Dies gilt als wichtige Etappe im Beatifikationsprozess (Seleigsprechung).

Mary Wards Leben als Film

Mary Wards Leben wurde 1985 von Angelika Weber unter dem Titel Marie Ward - Zwischen Galgen und Glorie mit Hannelore Elsner in der Titelrolle verfilmt.

Mary Ward (englisch), auch Maria Ward sowie Marie Ward.

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