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Louise Aston

Die deutsche Schriftstellerin und Vorkämpferin für die demokratische Revolution und Frauenbewegung Louise Aston lebte zwischen 1814 und 1871.

Louise Franziska Aston, geborene Hoche, wurde am 26. November 1814 in Gröningen geboren. Die radikale Frühfeministin starb am 21. Dezember 1871 in Wangen im Allgäu. Louise Aston war eine deutsche Schriftstellerind und Vorkämpferin für die demokratische Revolution und Frauenbewegung und da sie als radikale frühe Feministin auch nach ihrer Theorie lebte, wurde sie zum Schrecken der gewöhnlichen Bürger, wenn sie Männerkleidung trug und Zigarren rauchte. Louise Aston lebte zu dem in freier Liebe, sie wagte sich auch ohne männliche Begleitung in Restaurants. Wegen ihrer radikalen Texte wurde Louise Aston aus den Reihen der Frauenbewegung heftig kritisiert.

Louise Aston Jugend und erzwungene Heirat

1814 wurde Louise Hoche als jüngste Tochter des evangelischen Theologen und Konsistorialrats Johann Gottfried Hoche geboren. Mit nur 17 Jahren wurde sie mit dem in Magdeburg lebenden englischen Industriellen Samuel Aston verheiratet, ihr Ehemann war 23 Jahre älter. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor. Zudem hatte Samuel Aston von drei Frauen vier uneheliche Kinder, die er alle adoptierte.

Obwohl zur Ehe mit dem doppelt so alten Mann gezwungen lebt Louise Aston in Magdeburg und Göttingen ein extravagantes Leben und provoziert die Gesellschaft mit Skandalen. 1839 wird die Ehe geschieden, auf Betreiben von Samuel Aston. Das Paar versöhnt sich allerdings noch einmal, es folgt eine erneute Heirat. Erst 1844 trennen sich Louise und Samuel endgültig. Louise Aston lebt mit ihrer zweiten Tochter Jenny Louise in Berlin. Zeitweise zusammen mit dem deutschen Dramatiker Rudolf Karl Gottschall (1823-1909) zusammen.

Scheidung und Übersiedlung nach Berlin

Nach der Scheidung erscheint auch der erste Roman von Louise Aston, der Rom Aus dem Leben einer Frau (1847). In ihrem Werk schildert sie mehr oder minder verschlüsselt ihre desolate Ehe.

In Berlin strebt Louise Aston eine literarisch-intellektuelle Laufbahn ein. Ihr Mann verweigert ihr die gerichtlich verfügten Unterhaltszahlungen, sie muss ihren Lebensunterhalt bestreiten. In der vom freiheitlichen Geist des Vormärz geprägten Stadt kann sie sich nun endlich selbst verwirklichen. Louise schribt Gedichte, die ihr Ideal der freien Liebe propagieren. Sie gründet den Club Emanzipierter Frauen und verkehrt in einem Kreis junger revolutionär gesinnter Männer. Da sie von den Behörden als staatsgefährdende Person eingestuft wird, wird sie erst überwacht, ihre Briefe werden gelesen, es folgt die Ausweisung aus Berlin. Da sie ihre religiöse Überzeugungen und Lebensphilosophie als ihre Privatangelegenheit bezeichnet, Louise lehnt jede Form von organisierter Religiosität ab, wird sie auch des Atheismus beschuldigt. Eine nicht ganz aus der Luft gegriffene Anschuldigung.

Märzrevolution 1848 - Louise Aston kehrt nach Berlin zurück


Fromme Seelen, fromme Herzen,
Himmelssehnend, lebenssatt;
Euch ist rings ein Thal der Schmerzen,
Eine finst're Schädelstatt!
Mag in schreckenden Gesichten
Bang vor mir das Schicksal steh'n;
Nie soll mich der Schmerz vernichten,
Nie zerknirscht und reuig seh'n!

Freiem Leben, freiem Lieben,
Bin ich immer treu geblieben!
(erste Strophe des Gedichts Lebensmotto von Louise Aston).

Während der Märzrevolution von 1848 kehrt Louise Aston nach Berlin zurück. Sie arbeitet im Freikorps des Ludwig van der Tann als Krankenschwester, das trägt ihr den Ruf als Barrikadenkämpferin ein. Im Oktober 1848 gibt sie eine eigene Wochenzeitschrift mit dem Titel Der Freischärler heraus. Die Zeitschrift wird prompt verboten. Louise flüchtet aus Berlin nach Bremen. Ihrzweiter Ehemann, der Arzt Daniel Eduard Meier, den sie während ihrer Zeit beim Freikorps kennen gelernt hat, wird zuvor als radikaler Demokrat verhaftet. Er wird erst 1855 aus dem Gefängnis entlassen.

Nach der Flucht aus Berlin ist Aston physisch und psychisch gebrochen. Zudem herrscht nun die Reaktion, ihre freie Lebensführung wird von dieser stark eingeschränkt. Ihre letzte Veröffentlichung, eine Gedichtssammlung, erscheint 1849.

Lebensende von Louise Aston


Nach der Entlassung ihres Mannes aus dem Gefängnis werden er und Louise Meier-Aston überwacht. Das Paar verlässt Deutschland 1854, es muss in die politische Verbannung, und so arbeitet man im Krimkrieg als Arzt und Pflegerin. Danach beginnt eine Wanderung durch die Ukraine, Siebenbürgen, Ungarn und Österreich. Erst 20 Jahre später kehrt Louise nach Deutschland zurück, eine politische Amnestie macht es möglich, nach jahrelangen Herumirren in Europa lassen sich Louise und ihr Mann Daniel Eduard Meier in Wangen nieder. Nur wenige Monate später, im Alter von 57 Jahren stirbt sie verarmt, politisch resigniert und isoliert 1871 in Wangen im Allgäu. Ihr Mann überlebt sie um knapp zwei Jahre, er stirbt am 5. September 1873. Ihre letzte Veröffentlichung liegt bereits über 20 Jahre zurück.

Werke von Louise Aston

Auswahl Werke von Louise Aston: 1846: Wilde Rosen; Meine Emanzipation, Verweisung und Rechtfertigung
1847: Aus dem Leben einer Frau
1848: Lydia
»Bekanntlich hat der Mensch vor den Thieren - den Affen etwa ausgenommen - unter vielen anderen Vorzügen hauptsächlich zwei, die ihn ganz besonders charakterisiren: das Lachen und das Weinen.«
1849: Revolution und Contrerevolution
1850: Freischärlerreminiszenzen

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