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Heilige Elisabeth von Thüringen

Elisabeth von Thüringen, die Heilige, ihr wird das Rosenwunder zugeschrieben. Die Adlige widmete sich nach dem Tod ihres Mannes Gott und dem Dienst an den Armen.

Elisabeth, Heilige, bekannt als Landgräfin Elisabeth von Thüringen bzw. Elisabeth von Ungarn, geboren am 7. Juli 1207 auf Burg Sárospatak in Ungarn als Tochter des ungarischen Königs Andreas II., gestorben am 17. November 1231 in Marburg an der Lahn. Ihr Gedenktag ist der 19. November (Elisabethtag).

Elisabeth wird verlobt

Elisabeth wurde kurz nach ihrer Geburt bereits mit dem späteren Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen oder seinem damals noch lebenden älteren Bruder Hermann verlobt. Die Verlobung mit dem damals sieben Jahre älteren Ludwig, trotzdem war der Verlobte auch erst acht Jahre alt, fand bereits 1208 statt. 1211 wurde Elisabeth dann bereits an den thüringischen Hof gebracht. Die Heirat selbst mit Landgraf Ludwig (1217 war sein Vater gestorben) fand 1221 statt, als Elisabeth 14 Jahre alt war.

Ehe von Elisabeth und Ludwig

Elisabeth und Ludwig hatten drei Kinder. Der 1222 geborene Hermann II, die 1224 geborene Sophie und die 1227 geborene Gertrud. Die Ehe zwischen Elisabeth und Ludwig wurde als glücklich beschrieben. Schon zu diesem Zeitpunkt hilft Elisabeth Bedürftigen und Kranken und wird hierbei wohl auch von ihrem Ehemann ermutigt.

Das Rosenwunder

Das Rosenwunder, bei dem Elisabeth Brot zu den Armen bringt und von ihrem Mann entdeckt wird, wobei sich die Brote in Rosen verwandelten, ist zwar eine populäre Legende rund um die Heilige Elisabeth von Thüringen, ursprünglich wird das Wunder wie sich Brot in Rosen verwandelt rund um Elisabeth von Portugal erzählt, eine Großnichte. Erst später wird das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth von Thüringen zugeschrieben. In ihrer Lebensbeschreibung noch in der großen Legendensammlung selbst ist das Rosenwunder verzeichnet.

Nicht ermutigt wird Elisabeth wohl in ihrer exzessiven Selbstgeißelungen und nächtlichen Gebeten. Ludwig versucht dies Einzuschränken, zumindest erzählen frühe Überlieferungen das.

Tod von Landgraf Ludwig - Vertreibung der Elisabeth

1227 stirbt Landgraf Ludwig IV. von Thüringen auf dem Weg zum 5. Kreuzzug. Elisabeth ist 20 Jahre alt und hat drei kleine Kinder. Der Nachfolger, Hermann II., ist gerade fünf Jahre alt. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Elisabeth den thüringischen Hof, warum ist nicht ganz klar. Entweder auf Druck ihres Schwagers, Heinrich Raspe, der die Regentschaft für den jungen Hermann übernimmt, oder um in freiwilliger Armut zu leben. Bereits in den Jahren vorher wendet sich Elisabeth dem Armutsideal zu. Sie verschenkt ihren Schmuck sowie ihre kostbare Kleidung und trägt unter ihrer Hofkleidung ein Büßergewand. Auch hierüber gibt es eine Legende von einem Wunder.

Mantelwunder

Als Elisabeth mal wieder ihre kostbare Kleidung an Bedürftige verschenkt hatte kündigte sich eine fürstliche Delegation am Hofe von Thüringen an. Elisabeth wäre nicht in der Lage sich standesgemäß zu kleiden. Als ihre Dienerin aber in die Kleiderkammer geht, findet sie dort ein prächtiges Gewand, mit dem die Landgräfin ihre edlen Gäste begrüßen kann. Die Legende vom Mantelwunder ist geschaffen.

Nach dem Tod von Landgraf Ludwig

Mit dem Tod ihres Mannes Ludwigs verliert Elisabeth die Person, die sie in ihrem Vorhaben und ihrem Handeln bisher immer unterstützt hat. Ihr Lebensstil muss für die damalige Zeit provozierend gewesen sein: Alles zu verschenken ebenso wie Arme, Bedürftige und Kranke zu pflegen. Ihr erstrebtes Ideal, das Leben in absoluter Armut, muss ihre Zeitgenossen auch verstört haben.

Von der Wartburg zieht Elisabeth nach Eisenach und Marburg. Ihr Beichtvater und geistlicher Ratgeber Konrad von Marburg hielt sie zu strenger Askese an; schon beim geringsten Verstoß gegen seine Anordnungen mussten sich Elisabeth und ihre Mägde entkleiden, woraufhin sie erbarmungslos von ihm ausgepeitscht wurden. Elisabeth war aber auch bis ins Extreme streng zu sich selbst.

Elisabeth gründet zu dem in Marburg ein Franziskushospital und opfert sich dort im Dienst der Armen- und Krankenpflege auf.

Elisabeth stirbt bereits 1231.

Heiligsprechung der Elisabeth

Schon 1235 wird sie von Papst Gregor IX. heilig gesprochen. Für ihre Heiligsprechung setzte sich insbesondere ihr Beichtvater Konrad von Marburg ein, der dafür auch seine politischen Beziehungen spielen ließ. Nicht ganz uneigennützig, profitierte er als ihr geistiger Lehrer von einer solchen Erhebung.

Wallfahrt zum Grab der Heiligen Elisabeth

Zum Grab der Heiligen Elisabeth in der Elisabethkirche in Marburg entsteht eine stark frequentierte Wallfahrt. Erst durch die Entfernung ihrer Reliquien aus dem Elisabethschrein durch Landgraf Philipp I. von Hessen 1539 finden diese Wallfahrten ein Ende. Landgraf Philipp war zuvor zum Protestantismus übergetreten. Er beendete erfolgreich den Reliquienkult um die Heilige. Der Verbleib der Gebeine ist unbekannt. Es ist möglich, dass der Schädel und zwei Schienbeine letztlich in das Kloster der Elisabethinen in Wien gelangten, wo sie bis heute als Elisabethreliquien verehrt werden. Ihre Echtheit ist nicht ausgeschlossen, allerdings auch nicht belegt.

Gedenktag der Heiligen Elisabeth

Namenstag der Heiligen Elisabeth ist der 19. November, der Tag ihrer Beisetzung. Nach dem katholischen Jahreskalender ist der Tag ihrer Beisetzung auch als Eilsabethtag bekannt.
Die Attribute der Heiligen Elisabeth sind Korb mit Rosen, Korb mit Broten, Schüssel mit Fischen, Bettler.

Heilige Elisabeth als Schutzheilige

Die Heilige Elisabeth ist Schutzheilige bzw. Patronin von Thüringen und Hessen; der Witwen und Waisen, Bettler, Kranken, unschuldig Verfolgten und Notleindenden, der Bäcker und Spitzenklöpperinnen; des deutschen Orden (ihr Mann Ludwig gehörte diesem an), der Caritas-Vereinigung, des Bistum Erfurt und sie ist zweite Patronin des Bistum Fulda.

Konrad von Marburg

Elisabeths Lehrer Konrad von Marburg ist auch als Inquisitor bekannt geworden, er betätigte sich selber als Folterknecht und soll in einem einzigen Jahr 8.000 Ketzer auf den Scheiterhaufen gebracht haben.

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