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Elisabeth I. von England

Königin Elisabeth I. von England ging auch als jungfräuliche Königin in die Geschichte ein. Ihre Mutter war hingerichtet worden, sie selbst zum Bastard erklärt.

Elisabeth I., Königin von England von 1558 bis 1603, geboren am 7. September 1533 in Greenwich, gestorben am 24. März 1603 in Richmond. Auch bekannt als The Virgin Queen (Die jungfräuliche Königin).

Elisabeths Herkunft

Elisabeth war die Tochter der Anne Boleyn und von König Heinrich VIII. von England. Sie war bereits seine zweite Tochter. Wegen Anne Boleyn hatte sich König Heinrich VIII. von seiner ersten Ehefrau, Königin Katharina von Aragon getrennt. Der König wünschte sich verzweifelt einen männlichen Thronfolger, hatte mit Katharina von Aragon aber nur eine Tochter. Bei der Schwangerschaft von Anne Boleyn war man sich so sicher, das endlich der ersehnte Junge zur Welt kommt, dass alle Utensilien für das Neugeborene bereits mit den Initialien E bedruckt waren, das Kind sollte Edward heißen. Es wurde wieder nur ein Mädchen und als Anne Boleyn 1536 hingerichtet wird, wird Elisabeth nicht nur wie ihre ältere Halbschwester Mary von der Thronfolge ausgeschlossen sondern auch für illegitim erklärt. Elisabeth ist drei Jahre alt als ihre Mutter stirbt.

Elisabeth wird wieder in die Thronfolge eingereiht

1544 wird Elisabeth durch einen Parlamentsbeschluss wieder in die Thronfolge eingereiht. Zu diesem Zeitpunkt ist die Thronfolge durch einen männlichen Erben bereits gesichert. Heinrich VIII. heiratete am Tag nach der Hinrichtung von Anne Boleyn Jane Seymour und hatte mit ihr einen gemeinsamen Sohn, den am 12. Oktober 1537 geborenen Edward.

König Heinrich VIII. stirbt

1547 stirbt König Heinrich VIII., sein Nachfolger auf dem englischen Thron wird Elisabeths Halbbruder Edward. Nach dem Tod ihres Vaters lebt Elisabeth am Hof von Catherine Parr, die letzte Frau (und sechste) Frau Heinrichs. Allerdings stellt Thomas Seymour, neuer Mann an der Seite der Königinnenwitwe Elisabeth nach und die Prinzessin wird fortgeschickt. Im September 1548 stirbt Catherine Parr und Thomas Seymour hält um die Hand von Elisabeth an. Der Staatsrat verbietet eine Heirat. Seymour lässt sich in verschwörerische Machenschaften verwickeln und wird 1549 wegen Verrats hingerichtet.

Lady Jane Grey - Maria wird Königin

1553 stirbt König Edward VI. Zuvor hatte der gerade 15jährige sein Testament aufgesetzt und sowohl Maria als auch Elisabeth von der Thronfolge ausgeschlossen. Gegen Maria sprach wohl ihr katholischer Glaube, Edward wollte eine protestantische Thronfolge. Neue Königin von England wird Lady Jane Grey. Ihre Beinamen sind Neuntagekönigin oder Dreizehntageknigin, denn lange hielt sie sich nicht. Maria setzt ihren rechtmäßigen Anspruch als älteste Tochter von König Heinrich VIII. auf den englischen Thron durch und bereits Anfang August 1553 ziehen sie und Elisabeth in London ein. Schon im nächsten Jahr wird Lady Jane Grey im Tower in London hingerichtet. Aber auch die Freundschaft zwischen Maria und Elisabeth hielt nicht lange. Maria war ganz im Glauben ihrer Mutter, der aus dem katholischen Spanien stammenden Katharina von Aragon, erzogen worden, Elisabeth hingegen protestantisch. Versuche Elisabeth zu bekehren schlugen fehl, wenn sich die Schwester wohl auch als Katholikin ausgab.

Verhaftung von Prinzessin Elisabeth

Als Elisabeth auch noch Verwirklungen in die Wyatt-Verschwörung gegen Königin Maria nachgewiesen wurden, einer der Verschwörer, Thomas Wyatt, hatte sie unter der Folter belastet, wird sie in den Tower gebracht. Thomas Wyatt widerruft das Geständnis später, Elisabeth bleibt aber zunächst im Tower eingesperrt. Nach ihrer später erfolgten Freilassung wird sie unter Hausarrest gestellt.

Königin Maria heiratet den spanischen Kronprinzen

Derweil heiratet Königin Maria den spanischen Prinzen und späteren König Philipp II. von Spanien. Es gelang ihnen nicht, die Thronfolge zu sichern. Maria hat nur Scheinschwangerschaften, sie stirbt 1558 kinderlos, vermutlich an Unterleibskrebs.

Königin Elisabeth I.

In der Thronfolge blieb nun nur noch Elisabeth übrig. Am 15. Januar 1559 wird Elisabeth im Alter von 25 Jahren in der Westminster Abbey zur Königin von England und Irland gekrönt.

Wiedereinführung des Protestantismus in England

Ihre Halbschwester Königin Maria hatte den Katholizismus in England wieder einführen wollen, Elisabeth sorgte nach ihrem Regierungsantritt prompt für die Erneuerung der Anglikanischen Staatskirche und arbeitete an der Festigung der protestantischen Vormachtstellung Englands. Einen Heiratsantrag ihres katholischen Schwagers, König Philipp II. von Spanien, hatte Elisabeth bereits kurz nach dem Tod ihrer Schwester ausgeschlagen. Elisabeth versuchte das religiös gespaltene England wieder zu vereinen um so dem spanischen Universalanspruch auf ein katholisches Europa entgegen zutreten. Es kommt zu Spannungen mit Spanien und zu einer innenpolitischen Krise.

Maria Stuart

1569 muss sich Elisabeth einen Aufstand katholischer Adliger erwehren. Diese wollen die 1568 aus Schottland nach England geflüchtete und dort gefangen genommene Maria Stuart befreien und auf den englischen Thron setzen. Elisabeth kann diesen Aufstand niederschlagen. Sie führt eine Ausnahmegesetzgebung gegen alle Katholiken in England ein. Maria Stuart bleibt in Haft und wird 1580 zum Zentrum der sich wieder bildenden katholischen Opposition. Nach langem Zögern gibt Königin Elisabeth I. schließlich ihre Zustimmung zur Hinrichtung von Maria Stuart, die 1587 hingerichtet wird.

Bedrohung für Elisabeth

Maria Stuart war für Elisabeth durchaus eine Bedrohung. Der Papst hatte die Ehe von Elisabeths Mutter, Anne Boleyn, mit Heinrich VIII. nie legitimiert, für das katholische Schottland und Maria Stuart war Elisabeth damit illegitim und damit Maria Stuart als Urenkelin Heinrichs VII. die rechtmäßige Königin Englands. Und Maria Stuart hatte ihren Anspruch auf den englischen Thron nie aufgegeben.

Hinrichtung von Maria Stuart - Spannungen mit Spanien

Die Hinrichtung von Maria Stuart, die Unterstützung Elisabeths für die aufständischen Niederlande und der englische Freibeuterkrieg (u.a. durch Francis Drake) führt zu immerwährenden schwellenden Konflikten mit Spanien. Elisabeth kann lange einen offenen Krieg verhindern, 1588 sendet König Philipp II. von Spanien aber dann doch seine als unbesiegbar geltende Armada gegen die Insel. Der englischen Flotte gelingt die Abwehr der spanischen Armada, nur wenige Schiffe gelangen nach Spanien zurück. England Stellung als protestantische Großmacht in Europa wird so erfolgreich gefestigt. Der Aufbau eines Empires beginnt.
Zur Verfolgung der Katholiken in England siehe auch Maria Ward)

Elisabethanische Zeitalter

Der Krieg gegen Spanien war zwar erfolgreich. In die Regierungszeit Elisabeths fällt aber noch die äußerst kostspielige Niederwerfung der irischen Rebellion (1595-1603), im Land kommt es zu Missernten, die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch. Insgesamt ist der Staat finanziell erschöpft. Kulturell kommt es hingegen zur Blüte (Literatur, Musik, bildende Kunst), so war William Shakespeare ein Zeitgenosse der jungfräulichen Königin. Und so wird die Regierungszeit von Elisabeth I. auch als Elisabethanisches Zeitalter bezeichnet.

Tod von Königin Elisabeth I.

1603 stirbt Elisabeth nach 44jähriger Herrschaft. Die jungfräuliche Königin hat, obwohl es zahlreiche Heiratsanträge und Verehrer gab, nie geheiratet. Einen Thronfolger aus dem Haus Tudor gibt es nicht mehr. Elisabeth ist bei ihrem Tod 69 Jahre alt, sie wird neben ihrer Halbschwester Maria in der Westminster Abbey begraben.
Spanische Armada

Nachfolge Königin Elisabeth

Nur wenige Stunden nach ihrem Tod wird ihr Nachfolger, König Jakob VI. von Schottland als neuer König von England ausgerufen. Jakob ist der Sohn von Maria Stuart und damit Urenkel von König Heinrich VII. Seine Urgroßmutter war Margaret Tudor, die Schwester von König Heinrich VIII. Jakob vereinigt die beiden Königreiche England und Schottland in Personalunion.

Letzte Tudor - vierte Königin von England

Elisabeth war die letzte Tudor auf dem englischen Thron. Nach den Königinnen Matilda, Lady Jane Grey und ihrer Halbschwester Mary Tudor war sie die vierte Frau, die in England Königin wurde.

Siehe auch Grace O'Malley. Mit der irischen Clanchefin und Piratin traf sich Königin Elisabeth auch persönlich.
Biographie Maria I. von England und natürlich die Biographie über Königin Elisabeth II. von England, gut 350 Jahre nach Königin Elisabeth I.

Mehr berühmte Frauen in der Geschichte

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