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Justine Siegemund, die Siegemundin

Justine Siegemund lebte im 17. Jahrhundert, die Siegemundin schrieb das erste deutsche Lehrbuch für Hebammen, der erste medizinische Text auf Deutsch, der von einer Frau stammte.

Siegemundin, eigentlich Justine Siegemund, geborene Justina Dittrich, auch Justine Siegemundin. Geboren wurde Justine am 26. Dezember 1636 in Rohnstock, sie starb am 10. November 1705 in Berlin. Die Siegemundin brachte es als Autodidaktin bis zur Hebamme am brandenburgischen Hof von Kurfürst Friedrich III. und schrieb das erste deutsche Lehrbuch für Hebammen (Erstausgabe aus dem Jahre 1690). Es ist zugleich auch der erste medizinische Text auf Deutsch, der von einer Frau veröffentlicht wurde.

Justine Siegemundin frühe Jahre

Justina wurde als Tochter des evangelischen Pfarres Elias Dittrich aus Rohnstock geboren. Ihr Vater stirbt als sie 14 ist. Sie heiratete Renth-Schreiber (Renthschreiber) Siegemund (andere Quellen Christian Siegemund) im Jahre 1655.

Die Siegemundin erlernt das Hebammen Handwerk

Selbst kinderlos unterhält sich Justine mit den Hebammen ihrer Stadt und eignet sich deren Fertigkeiten als Autodidaktin an. Sie studiert Abrisse, Bücher und andere Werke. Es dauert nicht lange, und die Siegemundin kann anderen Hebammen bei ihrer Arbeit beistehen. In ihrem wissenschaftlichen Sinn schreibt sie alles nieder, was sie beobachtet, erfahren und erkannt hat. Zwölf Jahre lang arbeitet sie als Geburtshelferin. Mit ihrem Erfolg wächst ihr guter Ruf. Im Jahre 1683 wird sie zur Stadt-Wehemutter (Hebamme) in Liegnitz ernannt.

Die Siegemundin wird Hof-Hebamme

Nachdem ihre Bekanntheit und Ansehen gestiegen waren, wurde sie vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm als Chur-Brandenburgische Hof-Wehemutter (Hof-Hebamme) nach Berlin berufen. So ist Justine Siegemundin als Hebamme an der Seite von Maria Amalia von Brandenburg-Schwedt, einer Halbschwester von Kurfürst Friedrich III. Im Jahre 1696 ist sie am Hof von König August dem Starken und assistiert seiner Frau Christiane Eberhardine bei der Geburt seines Thronfolgers Friedrich August II.,

Die Siegemundin ist als Hebamme so erfolgreich und bekannt, dass sie vom Kurfürsten an den holländischen Hof geschickt wird. Sie arbeitet auch in England. In Holland wird die Siegemundin bedrängt ihre Schrift, mit Kupferstichen zur Illustration versehen, zur Drucklegung frei zu geben. Sie legt ihr Werk, das erste deutsche Lehrbuch für Hebammen, erst der Medizinischen Fakultät der damaligen Universität Frankfurt an der Oder vor.

Neider und Gegner verfassen zwar Gegenschriften, Justine Siegemundin kann mit ihrer Erfahrung und Intelligenz diese Angriffe fachkundig und geschickt abwehren.

Lehrbuch für Hebammen

Ihr Lehrbuch für Hebammen mit dem Titel Die Kgl. Preußische und Chur-Brandenburgische Hof-Wehemutter (kurz Hof-Wehe-Mutter, heute wohl Hofhebamme) kommt im Jahre 1690 heraus. Darin beschreibt Justine Siegemundin alle unnormalen Geburtslagen und zeigte Lösungen hierfür auf. Das Lehrbuch für Hebammen erreicht hohe Auflagen. Aufgrund der Präzision und des prägnanten Stils der Verfasserin galt es lange als Standardwerk der Hebammenlehre.

Gedoppelter Handgriff

Die Siegemundin erfand auch einen operativen Kunstgriff, der noch heute ihren Namen trägt. Bei dem gedoppelten Handgriff wird durch diesen bei einer Querlage des Kindes die Geburt ermöglicht. Auch ihre Beschreibung und bildliche Darstellung der inneren Wendung des Kindes mit Hilfe einer Schlinge trägt zu ihrer Berühmtheit bei.

Ihr Hebammenlehrbuch zählt zu den bedeutendsten Dokumenten der Medizingeschichte.

Die Siegemundin als Geburtshelferin

Als Hebamme soll Justine Siegemundin bei mehr als 6200 Geburten geholfen haben.


Siehe auch: Agnodike | Hildegard von Bingen |
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