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Caroline Herschel

Die bedeutende Astronomin Caroline Herschel lebte von 1750 bis 1848. Sie war die erste Frau, die als berufsmäßige Astronomin arbeitete und dafür ein Gehalt erhielt, wenn auch als Assistentin ihres Bruders Wilhelm Herschel.

Caroline Lucretia Herschel wurde am 16. März 1750 in Hannover geboren. Die bedeutende deutsche Astronomin verstarb in ihrer Geburtsstadt am 9. Januar 1848. Caroline Herschel erbrachte als Astronomin viele eigenständige Leistungen, so waren ihre wichtigsten Beiträge zur Astronomie die Entdeckung mehrerer Kometen, die Berechnung genauer astronomischer Reduktionen und der Zonenkatalog hunderter Sternhaufen und Nebel.

Ihre Karriere begann Caroline Herschel aber an der Seite ihres zwölf Jahre älteren Bruders Wilhelm Herschel, den sie bei seinen Forschungen unterstützte.

Caroline Lucretia Herschel war die erste Frau, die berufsmäßig als Astronomin arbeitete. Vom englischen König Georg III. erhielt sie als Assistentin ihres Bruders Wilhelm Herschel ein jährliches Gehalt von 50 Pfund.

Leben und Jugend Caroline Herschel

Caroline Herschel war die Tochter des Militärmusikers Isaak Herschel und seiner Frau Anna Ilse Herschel. Sie hatte eine Schwester und vier Brüder, darunter den Astronomen und Musiker Wilhelm Herschel und ihren Bruder Alexander, der als Musiker und ebenfalls als Astronom arbeitete. Ihr Vater versuchte den sechs Kindern sowohl die Musik aber auch die Astronomie nahe zu bringen. Etwas, was ihm insbesondere bei Wilhelm und Caroline gut gelang.

Caroline Herschel erhielt, damals für Mädchen aus dem Bürgertum keine Selbstverständlichkeit, eine Schulbildung und lernte Lesen und Schreiben. Ihre Mutter wollte, dass ihre Tochter den Beruf einer Weißnäherin erlernen sollte und ihren Lebensunterhalt als Haushaltskraft bestreiten. Dies war aber nicht das, was sich Caroline von ihrem weiteren Leben erhoffte. Und so folgte sie im Alter von 22 Jahren ihrem Bruder Friedrich Wilhelm Herschel nach England, ihr Bruder war schon wenige Jahre zuvor aus Hannover weggegangen. Damals waren Hannover und England über eine Personalunion verbunden, die Einwohner von Hannover waren zugleich auch Untertanen des Englischen Königs George III.

Dieser hatte dort im Badeort Bath eine Anstellung als Organist und Konzertleiter erhalten. Und so führte Caroline Herschel ab 1772 den Haushalt ihres Bruders, hatte aber noch genug Zeit, sich musikalisch weiter zu bilden und selbst als Solistin bei Konzerten aufzutreten. Neben Haushalt und ihrer Tätigkeit als Sängerin hatte Caroline Herschel aber noch Zeit sich der Astronomie zu widmen, ein gemeinsamer Zeitvertreib mit ihrem Bruder Wilhelm.

Caroline Herschel als Astronomin

Die Liebe und Leidenschaft zur Astronomie war sowohl Caroline als auch Wilhelm vom Vater mitgegeben worden. Und so führte Wilhelm Herschel auch in England seine astronomischen Studien fort, unterstützt von seiner jüngeren Schwester Caroline. Diese hatte zunächst die Aufgabe beim Anfertigen von Spiegelteleskopen zu helfen, eine Aufgabe, bei der es auf absolute Genauigkeit ankam. Aber Caroline beschäftigte sich auch mit der astronomischen Theorie und lernte wichtige algebraische Formen für die Berechnung und Reduktionen. Wissen, das zur Grundlage für das Beobachten und Durchmustern des Himmels von Nöten ist.

Wilhelm Herschel entdeckt den Uranus

Ihrem Bruder Wilhelm Herschel gelang dann 1781 seine wohl größte Entdeckung. Eher zufällig entdeckte Wilhelm bei der Himmelsdurchmusterung den Planeten Uranus. Die Entdeckung des Uranus machte ihn als Astronom über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Und so erfuhr er zahlreiche Ehrungen und bekam vom englischen König Georg III. eine Stelle als Astronom angeboten.

Sängerin oder Astronomin - Caroline Herschel hat die Wahl

Die Stelle als Astronom sollte Wilhelm Herschel in Slough antreten und so stand seine Schwester Caroline Herschel vor der Wahl: Sängerin in Bath bleiben und ihre eigene Karriere fortsetzen, die durchaus erfolgreich war oder ihrem Bruder, dem Astronom zu folgen und seine wissenschaftliche Assistentin zu werden. Caroline Herschel entschied sich für die Wissenschaft und Astronomie. Und Caroline erhielt vom Königlichen Hof eine offizielle Anstellung als Gehilfin ihres Bruders mit einem offiziellen Gehalt in Höhe von 50 Pfund im Jahr.

Caroline Herschel widmet sich der Astronomie

Ausgestattet mit diesem Gehalt, sie ist damit die erste berufsmäßige Astronomin in der Geschichte, konnte Caroline Herschel nun selbst auch ihre Erforschung des Sternenhimmels weiter vorantreiben. Mit einem kleinen Newton-Teleskop begab sie sich auf Kometensuche. Dabei entdeckte sie 1783 drei bemerkenswerte Nebel und zwischen 1786 und 1797 acht Kometen, fünf davon mit unzweifelhafter Priorität, darunter den Enckeschen Kometen. 1797 legte sie der Royal Society einen Index zu John Flamsteeds Beobachtungen vor, zusammen mit einem Katalog von 561 fehlenden Sternen in dessen British Catalogue, sowie eine Liste von Fehlern in dieser Publikation. Sie blieb aber weiterhin auch die Assistentin ihres Bruders. Nächtelang blieb sie mit ihm auf Beobachtungsposten und notierte die Sternepositionen, die Wilhelm ihr zurief. Sie wertete aus, rechnete nach und schreib Abhandlungen. Dabei entdeckte sie weitere Nebel und berechnete solche. Caroline begann einen Katalog für Sternhaufen und Nebelflecke, die heute Deep-Sky-Objekte genannt werden, anzufertigen. Dazu verfasste sie einen Ergänzungskatalog zu Flamsteeds Atlas, der 561 Sterne umfasste, sowie ein Gesamtregister dazu.

Für ihre Arbeit als Astronomin zollten ihr Carl Friedrich Gauß und Johann Franz Encke Annerkennung. Trotzdem blieb sie gerne im Schatten ihres berühmten Bruders.

Caroline Herschel kehrt nach Hannover zurück

1822 stirbt Wilhelm Herschel in Slough. Caroline Herschel kehrt daraufhin in ihre Heimat zurück. Auch in Hannover widmet sie sich ihren astronomischen Studien und sie ordnet das umfangreiche Material aus der Hinterlassenschaft ihres Bruders Wilhelm. Inzwischen war ihr Ruf auch nach Hannover vorgedrungen und so erhielt sie in ihrem Haus Besuch von bedeutenden Gelehrten und unterhielt auch Kontakte zum Königlichen Hof. Caroline Herschel erhielt selbst zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, so wurde ihr 1828 die Goldmedaille der Royal Astronomical Society verliehen, 1835 wird sie Ehrenmitglied dieser Gesellschaft. Sie ist die erste Frau, die eine solche Anerkennung erhält. Die Goldmedaille erhielt sie für die Erstellung des sog. Zonenkatalogs, den sie zum Andenken an ihren verstorbenen Bruder Wilhelm angefertigt hatte. 1838 ernannte die Königliche Irische Akademie der Wissenschaften in Dublin die 88-jährige Caroline Herschel zu ihrem Mitglied. Schon drei Jahre zuvor war sie gemeinsam mit Mary Somerville, eine schottische Astronomin und Mathematikerin, zum Ehrenmitglied ernannt worden. Eine Goldmedaille an eine Frau verlieh die Royal Astronomical Society erst wieder 1996 an die Astronomin Vera Rubin.

1846 erhielt sie im Alter von 96 Jahren im Auftrag des Königs von Preußen die goldene Medaille der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Auch im hohen Alter erfreute sich Caroline Herschel also Anerkennungen und Ehrungen. An ihrem 97. Geburtstag war das Kronprinzenpaar zu Gast.

Weitere Ehrungen für Caroline Herschel

Der Komet 35P/Herschel-Rigollet wurde nach ihr benannt, ebenso ein Mondkrater im Sinus Iridum (Regenbogenbucht) und der Planetoid (281) Lucretia, entdeckt wurde der Asteroid 281 im Jahre 1888. Dieser allerdings nach ihrem zweiten Vornamen.

Straßen und Plätze die nach Caroline Herschel benannt wurden

Nach der Astronomin Caroline Herschel benannte Straßen in Deutschland.In Deutschland wurden auch mehrere Straßen nach der Astronomin benannt. So finden sich in Braunschweig, Bremen, Darmstadt, München, Lehe und Peine Caroline-Herschel-Straßen. In Berlin-Friedrichshahn wurde der Wissenschaftlerin ein Platz gewidmet. Und in Bonn gibt es einen Caroline-Herschel-Weg.

Eine Schule mit Namen der Wissenschaftlerin

In Garbsen gibt es auch eine Schule, die nach der Wissenschaftlerin benannt wurde, die Caroline-Herschel-Realschule.In Garbsen befindet sich eine Schule, die nach Caroline Herschel benannt wurde, die CHRS bzw. Caroline-Herschel-Realschule. In der direkten Nachbarschaft befinden sich weitere Schulen, die nach berühmten Astronomen benannt wurden: Johannes-Kepler-Gymnasium und die Hauptschule-Nikolaus-Kopernikus. Nicht die einzigen Hinweise, dass man in Garbsen einen Bezug zur Astronomie hat, wie Straßennahmen wie Saturnring, Plutohof, Mirhof, Bärenhof, Siriushof, Leonidengasse, Marshof oder Jupiterhof belegen. Es gibt außerdem einen Planetenring (hier findet sich auch die CHRS-Garbsen). Die Realschule Garbsen erhielt im Jahr 2000 ihren neuen Namen als Caroline-Herschel-Realschule - in diesem Jahr wäre die aus Hannover stammende Wissenschaftlerin 250 Jahre alt geworden. Caroline Herschel Biographie (auf der Webseite der CHRS-Garbsen).

35P/Herschel-Rigollet

Der Komet 35P/Herschel-Rigollet, benannt nach Caroline Herschel, wurde von der Astronomin selbst und dem Franzosen Roger Rigollet entdeckt. Caroline Herschel entdeckte den Kometen bereits am 21. Dezember 1788, Rigollet sichtete ihn wohl 1939 ein weiteres Mal.

Grab der Astronomin

Das Grab von Caroline Herschel befindet sich auf den Gartenfriedhof in ihrer Heimatstadt Hannover.

Eigene Kinder hatte Caroline Herschel nicht. Ihr Bruder Wilhelm hatte einen Sohn, Sir John Herschel, der ebenfalls als Astronom zu einiger Berühmtheit kam. Unter anderem entdeckte John Herschel, dass die Magellanschen Wolken aus Sternen bestand.

Siehe auch: Lucrezia Borgia Maria Gaetana Agnesi (Mathematikerin)

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