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Marie Antoinette

Die französische Königin Marie Antoinette wurde in jungen Jahren nach Frankreich verheiratet. Sie galt als höchst unbeliebt beim französischen Volk. 1789 beginnt die Entmachtung ihres Mannes, König Ludwig XVI. von Frankreich, dieser wird 1793 hingerichtet, neun Monate später folgt ihm auch seine Frau, die Witwe Capet zum Schafott.

Maria Antonia Josepha Johanna von Habsburg-Lothringen, besser bekannt als Marie Antoinette, war durch Heirat französische Königin. Die Tochter der Maria Theresa überlebte die Französische Revolution nicht, sie starb neun Monate nach dem Tod ihres Mannes, König Ludwig XVI. durch Enthauptung auf der Guillotine.

Schlechte Omen bei der Geburt von Maria Antonia

Maria Antonia Josepha Johanna wurde am 2. November 1755 in Wien als letzte Tochter und fünfzehntes Kind der Erzherzogin Maria Theresia von Österreich und Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen in Wien geboren worden. Die kleine Erzherzogin war das fünfzehnte Kind ihrer Mutter, diese hatte erstmals Komplikationen bei einer Geburt, so dass um ihr Leben gefürchtet wurde. Dies und das Erdbeben von Lissabon, das am 1. November 1755, am Tag vor der Geburt von Erzherzogin Maria Antonia, zerstörerisch wütete, galten damals als schlechte Omen für das weitere Leben der Kleinen. Das dazu noch der König und die Königin von Portugal Taufpaten des Mädchens waren, tat sein übriges.

Marie Antoinette Gemälde von 1783
Marie Antoinette Gemälde von 1783
Das Erdbeben von Lissabon forderte schätzungsweise 30.000 bis 100.000 Menschenleben und gilt heute noch als eine der verheerendsten Naturkatastrophen der europäischen Geschichte. Zu dieser Zeit regierte Joseph I. von Portugal aus dem Hause Braganza über das Land. Großvater von König Joseph war der römisch-deutsche Kaiser Leopold I. gewesen, der selbst auch Urgroßvater von Marie Antoinette war.

Familie und Erziehung der Erzherzogin

Trotz der schlechten Vorzeichen bei und vor ihrer Geburt entwickelte sich Erzherzogin Maria Antonia zu einem meist fröhlichem Mädchen mit einem Hang zur Unruhe und einer Vorliebe den Unterricht zu schwänzen. Der Unterrichtsplan war für Maria Antonia, wie auch für ihre Geschwister von ihrer Mutter, Erzherzogin Maria Theresia zusammengestellt worden. Die Erzherzöge und Erherzoginnen erhielten Unterricht in Tanzen, Geschichte, Malen, Stunden in Theateraufführungen, Rechtschreibung ebenso wie Staatskunde und dazu etwas Mathematik und auch Fremdsprachen. Für Mädchen standen noch Handarbeiten und Konversation auf dem Stundenplan.

Maria Antonia wuchs in einer großen Familie auf, schließlich hatte sie auch zahlreiche Geschwister. Am Hofe ging es damals sittenstreng zu, so wurde auch Maria Theresa schon mit drei Jahren in ein Korsett gezwängt.

Heiratspolitik der Maria Theresia von Österreich

Viele Kinder zu haben war für herrschende Häuser damals eine willkommende Gelegenheit mit Heiraten das eine oder andere Bündnis zu schließen oder zu erneuern. Und auch Maria Theresia und ihr Minister Kaunitz verfolgten ein ehrgeiziges Ziel, bei denen Hochzeiten helfen sollten. Die politischen Beziehungen Österreichs zu den ausländischen Staaten und die Stellung Österreichs in Europa sollte verbessert werden. Und so wurden die kaiserlichen Kinder möglichst vorteilhaft verheiratet. Von ihren vielen Kindern überlebten immerhin 14 und für alle wurden früh Heiratspläne geschmiedet. Um gegen Friedrich II. von Preußen und auch gegen das Russische Zarenreich zu bestehen, sollten vor allem die familiären Verbindungen nach Frankreich, Spanien, Neapel-Sizilien und auch Parma gestärkt werden. Hier regierten zu dieser Zeit die Bourbonen. Zunächst wurde Erzherzog Joseph, der später als Joseph II. Kaiser werden sollte, mit Maria Isabella von Bourbon-Parma verheiratet. Sein Bruder Leopold, später Kaiser Leopold II., heiratete Prinzessin Maria Ludovika von Spanien. Und auch die Frau von Erzherzog Ferdinand Karl wurde aufgrund von Bündnisplänen ausgesucht. Maria Theresias Wahl fiel auf die Herzogin Beatrix von Modena-Este.

Der französische Thronfolger für Erzherzogin Maria Antonia

Ihre Söhne bekam Maria Theresia von Österreich gut unter. Bei ihren Töchtern gab es aber Probleme. Gar nicht verheiratet wurde die älteste Tochter, Erzherzogin Maria Anna, wegen ihrer schlechten Gesundheit. Erzherzogin Marie Elisabeth sollte den französischen König Ludwig XV. Heiraten, erkrankte aber zuvor an den Pocken. Einer anderen Tochter wurde das Privileg gewährt, ihren Ehemann selbst auswählen zu dürfen. Soviel Rücksicht nahm die Mutter aber nicht immer. Die traditionelle Heiratspolitik der Habsburger machte dann auch nicht vor Maria Antonia halt. Und so wurde die Heirat der österreichische Erzherzogin mit dem französischen Thronfolger Louis-Auguste, für dessen Großvater, König Ludwig XV. war zuvor Erzherzogin Marie Elisabeth als Ehefrau ins Auge gefasst worden, in die Wege geleitet. Die Vermählung zwischen dem zukünftigen König, Luis-Auguste wurde später König Ludwig XVI. von Frankreich, und der österreichischen Erzherzogin war das letzte aber auch zugleich ehrgeizigste Heiratsprojekt zwischen Habsburgern und Bourbonen. Mit der Hochzeit sollte der Friede zwischen Frankreich und Österreich nach der Umkehrung der Allianzen besiegelt werden. Nach dem man das Heiratsprojekt ins Auge gefasst hatte, folgen dann langwierige Verhandlungen. 1769 kam es dann zum Heiratsantrag von der französischen Seite. Erst nach dem der Heiratsvertrag unterzeichnet worden war, fiel Maria Theresia auf, dass die Erziehung ihrer Tochter Maria Antonia gravierende Mängel aufwies. Es fehlte im Bereich der Allgemeinbildung und auch die Beherrschung der französischen Sprache ließ zu Wünschen übrig. Innerhalb kurzer Zeit wurde bei der Erziehung dann nachgebessert.

Am 19. April 1770, Erzherzogin Maria Antonia war 14 Jahre alt, der Dauphin von Frankreich 15, wurde die Vermählung per procurationem in Wien gefeiert. Vor der Abreise nach Frankreich musste die kleine Maria Antonia, die von nun an Marie Antoinette genannt werden würde, von ihrer Mutter getröstet werden. Maria Theresa tat es mit den Worten: Seien Sie gut zu dem französischen Volk, damit man sagen kann, ich hätte ihm einen Engel geschickt.

Aus Maria Antonia wird Marie Antoinette

Zwei Tage nach Hochzeit per procurationem ging Maria Antonia auf die Reise von Wien nach Frankreich. Am 7. Mai 1770 erfolgte dann die Übergabe der kleinen Erzherzogin auf neutralem Gebiet auf einer unbewohnten Rheininsel vor Straßburg an die Franzosen. Für diese Übergabe musste die 14jährige nicht nur ihren österreichischen Freunden und Bekannten Lebwohl sagen, sondern sie musste sich vollständig entkleiden und in Gewände ihrer neuen Heimat Frankreich hüllen. Aus der österreichischen Erzherzogin Maria Antonia wurde auf der kleinen Insel im Rhein so die französische Dauphine Marie Antoinette.

Hochzeit in Versailles - Böse Vorzeichen in Paris

Am 16. Mai 1770 folgte dann die richtige Heirat zwischen Marie Antoinette und dem Dauphin Luis-Auguste im Schloss Versailles. Zwei Wochen wurde in Versailles gefeiert, am 30. Mai stand dann als krönender Abschluss ein Volksfest in Paris an. Eine große Zahl der Bevölkerung folgte, angelockt auch von Wein, Brot, Fleisch, Musik und Feuerwerk auf Kosten des Staates, dem Ruf zur Feier. Der Platz lag aber an einer großen Baugrube, die nur unzureichend gesichert war. In der Menschenmasse kam es dann zu einer Panik, viele der Feiernden stürzten in die Baugrube oder wurden von anderen Menschen zu Tode getrampelt. Die Hochzeitsfeier für das französische Volk zu Ehren des Dauphin und der Dauphine Marie Antoinette zählte am Ende 139 Tote und hunderte Verletzte.

Marie Antoinette am französischen Hof

Am französischen Hof hatte es die erst 14jährige Marie Antoinette nicht leicht. Als erste Hofdame erhielt die Österreicherin die sittenstrenge Madame Noailles zugewiesen. Die ältere Dame, die das junge Mädchen wohl auch bevormundete, erhielt von dieser auch bald den Beinamen Madame Etiquette. Die Sitten am französischen Hof waren für Marie Antoniette ungewohnt und fremd. Stütze fand sie vor allem im Grafen von Mercy-Argenteau, der als Botschafter Österreichs und als Mentor fungierte. Dieser hielt auch Maria Theresia auf dem Laufenden, die Korrespondenz ist erhalten und bildet heute eine wertvolle Chronik über das Leben von Marie Antoinette von ihrer Heirat 1770 bis ins Jahr 1780. In diesem Jahr starb ihre Mutter, Erzherzogin Maria Theresia, und die Korrespondenz Mercy-Argenteaus wurde eingestellt.

Natürlich hatte nicht nur der Graf von Mercy-ARgenteau so Einfluss auf Marie Antoinette. In den ersten drei Jahren am französischen Hof waren es auchAdélaide, Madame Victoire und Madame Sophie, die drei deutlich älteren unverheirateten Töchter des Königs, die die Dauphine beeinflussten und nicht davor zurückschreckten, das Mädchen für diverse Ränkespiele einzusetzen. Ziel waren meist die Mätressen des Königs. Die Tanten, wie die drei auch genannt wurden, schafften es, dass Marie Antoinette gegen Madame Dubarry, der aktuellen Mätresse von König Ludwigs VI. Eine große Abneigung entwickelte. So weigerte sie sich mit dieser zu sprechen oder sich von ihr ansprechen zu lassen. Der König äußerste zwar den Wunsch, die zukünftige französische Königin solle sich doch bitte an den Hof anpassen, das wurde, ein Skandal, von Marie Antoinette aber ignoriert. Erst ihre Mutter schaffte es, der Kronprinzessin erfolgreich den Rat zur Anpassung zu geben. Und nach zwei Jahren schweigen sprach diese wieder mit Madame Dubarry. Erst als Marie Antoinette die Prinzessin Lamballe, Marie-Louise von Savoyen-Carignan, kennenlernte schwindet der Einfluss der Tanten. Prinzessin Lamballe steigt in der Folge nicht nur zur Hofdame und Intendantin Marie Antoinettes auf sondern wird auch ihre engste Vertraute und folgt dieser später auch in die Gefangenschaft. 1792 wird sie in Paris vom Pöbel ermordet.

Mit Prinzessin Lamballe an ihrer Seite blüht die Dauphine auf und nutzt nun auch die Möglichkeiten ihrer Stellung aus. Sie besuchte Bälle und die Pariser Oper. Den Komponisten Christoph Willibald Gluck protegiert sie. Sie entwickelt außerdem eine Leidenschaft für das Pharo-Spiel, einem Kartenglücksspiel und verliert dabei immer wieder große Summen Geld. Während ein Großteil des französischen Volkes hungert, gibt Marie Antoinette monatlich etwa 15.000 Livres aus. Zu ihrer Beliebtheit trägt diese Verschwendung nicht bei.

Königin Marie Antoinette

1774 stirbt der Großvater von Luis Auguste, König Ludwig VI. von Frankreich. Die Thronbesteigung des jungen Königspaars, Marie Antoniette ist 18 Jahre alt, ihr Mann 19, wird enthusiastisch begrüßt. Das allerdings Marie Antoinette als ersten Schritt die Entlassung des Herzogs von Aiguillon betreibt, führt direkt zu einem offenen Konflikt mit der anti-österreichischen Partei am Hofe. Für die Tanten Ludwigs XVI. War sie nun nur noch l’Autrichienne, die Österreicherin, ein Sprachspiel, das dem l’autre chienne (die andere Hündin) nicht zufällig ähnlich klang. Ihr Lebenswandel und das die junge Königin es mit der von ihr verhassten Hofetikette nicht so genau nimmt, führt zu weiteren Missstimmungen.

Warten auf einen Thronfolger

Königin Marie Antoinette und ihre Kinder
Königin Marie Antoinette
Hauptaufgabe der Königin wäre es gewesen einen Thronfolger zur Welt zu bringen. Dieser ließ lange auf sich warten. Und so gab es Pamphlete, die ihr natürlich die Schuld für das Ausbleiben eines solchen Thronfolgers gaben. So wurden ihre Affären nachgesagt, aber auch lesbische Neigungen vorgeworfen. Ihr verschwenderischer Lebensstil tat sein übriges. Dazu geriet die Königin mehr und mehr unter den Einfluss der Gräfin Polignac. Die Zahl ihrer Feinde und Neider wuchs, auch weil die Gräfin mit Hilfe ihres Einflusses auf Marie Antoinette Ämter und Titel für ihre Familie häufte.

Warnungen an Marie Antoinette

Während Marie Antoinette blind für die Gefahr war, sah ihr Bruder, Kaiser Joseph II., hellsichtiger. Diesr besuchter zu diesem Zeitpunkt Frankreich und warnte schließlich die Königin in einem Memorandum mit unmissverständlichen Worten vor den Gefahren, die ihr Verhalten barg. Kaiser Joseph II. nahm außerdem seine jüngere Schwester und ihren Mann, König Ludwig XVI. ins Gebet, sich endlich der Frage der Nachkommenschaft zu stellen. Immerhin mit Erfolg. Acht Jahre nach der Heirat der Beiden und vier Jahre nach dem das Paar den französischen Königsthron bestiegen hatte, kam im Jahre 1778 ihre Tochter Marie Thérèse Charlotte zur Welt. Allerdings eben nicht der erhoffte männliche Thronfolger. Die König zog sich nach der Geburt dann etwas zurück.

Der nächste Tiefschlag war dann sicherlich der Tod ihrer Mutter, Maria Theresia, am 29. November 1780. Damit verlor Marie Antoinette eine strenge aber umsichtige Beraterin. Immerhin gab es in dieser Zeit dann auch einen Lichtblick. Am 22. Oktober 1781 kam endlich der ersehnte Thronfolger, Dauphin Louis Joseph Xavier Francois auf die Welt.

In dieser Zeit kam dann auch das Gerücht um das berühmte Kuchen Zitat auf. Marie Antoinette, so das Gerücht, habe auf die Vorhaltung, die Armen könnten sich kein Brot kaufen, geantwortet: Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Brioche essen. (Brioche ist eine Art französisches Gebäck). Die Popularität der Königin war auf einem Tiefpunkt.

Halsbandaffäre

1785 kam es dann zu einem Betrugsskandal, der sogenannten Halsbandaffäre. Marie Antoinette war zwar an diesem Betrug nicht aktiv beteiligt, an ihre Unschuld glaubte das Volk aber nicht. Inzwischen war es aber soweit, dass Marie Antoinette tun konnte, was sie wollte, sie eckte nur noch an. So nahm sie den Vorwurf, sie würde Geld verschwenden zum Anlass, und ließ sich 1783 in einem schlichten Leinenkleid porträtieren. Daraufhin gingen die Seidenweber auf die Straße und klagten, eine so schlecht gekleidete Königin sei Schuld, wenn die Seidenweber verhungerten.

In den nächsten Jahren erlitt Marie Antoinette eine Fehlgeburt ehe sie 1785 Luis Charles, Herzog der Normandie, später Dauphin und 1786 Sophie Beatrix auf die Welt brachte. Der kleinen Tochter war kein langes Leben beschieden, sie starb bereits mit elf Monaten.

Nach der Halsbandaffäre, sogar Marie Antoinette hatte nun endlich mitbekommen, wie verhasst sie und das Herrscherhaus nun beim Volk war, kam sie zwar zur Einsicht und verzichtete von da an auf kostspielige Annehmlichkeiten und änderte tatsächlich ihren bisherigen Lebensstil. Das Ruder herum reißen konnte sie nicht mehr, so sehr sie nun auch Theater, Bälle und Empfänge mied.

Die Französische Revolution

Bis 1789 war in Frankreich, aus Sicht des Herrscherhauses noch die Welt in Ordnung. Allerdings starb am 4. Juni 1789 der Dauphin, der älteste Sohn des Königspaares. In Frankreich war die Finanz- und Wirtschaftslage schlecht. Die Generalstände sollten zusammen treten. Das nutzte der dritte Stand, der sich als Nationalversammlung betrachte, für eine Erklärung und damit begann die Französische Revolutio.

Am 5. und 6. Oktober 1789 wurde die königliche Familie von Revolutionären gezwungen von Versailles nach Paris in den Tuilerienpalast umzuziehen. Marie Antoinette kam sich nun hilflos und isoliert vor und suchte halt bei ihren Freunden, allesamt außerhalb von Frankreichs, unter ihnen Mercy, Axel von Fersen und Luis Auguste Le Tonnelier de Breteuil.

Fluchtversuch der königlichen Familie

Erst am 20. Juni 1791 versuchte die königliche Familie ins Ausland zu fliehen. Eingefädelt worden war diese Flucht von Marie Antoinettes langjährigem Freund, dem Grafen Hans Axel von Fersen. Die Flucht nahm ein äußerst unglückliches Ende. Nach nur wenigen Kilometern wurde der König in Varennes erkannt und die gesamte königliche Familie nun unter Bewachung nach Paris zurückgebracht. Das der Herzog von Braunschweig am 10. August 1792 ein Manifest veröffentlichte, in dem Gewalt angedroht wurde, für den Fall, dass der königlichen Familie etwas zustoße, führte nur dazu, dass das Volk die Tuilerien stürmte und die königliche Familie von dort in den Temple, einer ehemaligen Festung des Templerordens, brachte. Trotz strenger Bewachung war es der Familie von dort aber immer noch möglich, mit der Außenwelt zu kommunizieren.

König Ludwig XVI. ließ das ganze geschehen, wirkte teilnahmslos und so versuchte Königin Marie Antoinette die Situation zu verändern. 1791 war König Ludwig gezwungen worden, der Umwandlung von einer absoluten in eine konstitutionellen Monarchie zuzustimmen, er wird vom König von Frankreich zum König der Franzosen. 1792 wird er abgesetzt. Marie Antoinette versucht in Verhandlungen mit ihrem alten Vertrauten Mercy und Kaiser Leopold II. diese zu einer bewaffneten Intervention zur Niederschlagung der Revolution in Frankreich zu bewegen. Anfang März 1792 starb Leopold II. dann. Ihm folgte Franz II., der neue Kaiser, der wohl kein Eingreifen wagen wollte.

Bürger Luis Capet wird hingerichtet

Es folgte ein Schauprozess und am 21. Januar 1793 wird ihr Mann, der ehemalige König Ludwig XVI., nun Bürger Luis Capet, hingerichtet. Es gibt zwar weiterhin Versuche Marie Antoinette und ihre Kinder ins Ausland zu retten und auch Verhandlungen über ihre Freilassung bzw. einem Austausch. Ihre Lage wird aber immer aussichtsloser, so wird ihr erst der Sohn weggenommen, später wird sie von ihrer Tochter und Madame Elisabeth, einer Schwester des Königs getrennt, am 1. August 1793 wird Marie Antoinette ins Conciergerie-Gefängnis übesrstellt und es folgt ihr Prozess.

Prozess Marie Antoinette

Der Prozess gegen Marie Antoinette, nun die Witwe Capet, beginnt am 14. Oktober 1793. Sie wird des Hochverrats und der Unzucht beshuldigt. Sie gibt zwar klare und durchdachte Antworten, die ihr Respekt einbringen. Am Ende wird sie aber einstimmig für schuldig befunden. Die Hinrichtung wird für den 16. Oktober 1793 angesetzt.

Hinrichtung Marie Antoinette

Marie Antoinette auf dem Weg zur Hinrichtung
Marie Antoinette auf dem Henkerskarren
Am 16. Oktober 1793 wird Marie Antoinette, Erzherzogin von Frankreich, Königin von Frankreich, nun Witwe Capet, auf dem Revolutionsplatz, dem heutigem Place de la Concorde, in Paris, enthauptet. Ihre letzten Worte sollen an ihren Henker gerichtet sein, dem sie auf den Fuß getreten war: Mein Herr, ich bitte Sie um Verzeihung, ich tat es nicht mit Absicht.
Ihre Leiche wird in einem Massengrab in der Nähe der heutigen Kirche La Madeleine verscharrt. An diese erste Grablegung erinnert heute die Chapelle expiatoire, Sühnekappel im 8. Arrondissement von Paris. Sie wurde im Auftrag von Ludiwig XVIII. auf dem Standort des ehemaligen Friedhofs Madeleine errichtet und dient als Gedenkstätte für Ludwig XVI. und Marie Antoinette. 21 Jahre nach dieser ersten Grablegung wird die Leiche der ehemaligen französischen Königin exhumiert. Anhand eines Strumpfbandes gelingt wohl die Identifizierung als Marie Antoinette und ihre sterblichen Überreste werden in die Basilika Saint-Denis in Paris überführt, hier werden auch die Überreste ihres Manns, König Ludwig XVI. Beigesetzt. Die Basilika Saint-Denis ist die traditionelle Grablegung der französischen Könige.

Zu Beginn der französischen Revolution 1789 hat Königin Marie Antoinette zwei Kinder, der älteste Sohn Luis Joseph Xavier Francois stirbt im Juni 1789. Der Dauphin, Luis Charles stirbt wahrscheinlich am 8. Juni 1795 im Alter von zehn Jahren. Es überlebt nur ihre älteste Tochter, Marie Thérèse Charlotte, die später Luis-Antoine de Bourbun, duc d'Angouleme, heiratet. Was bei ihrer Mutter und beim Dauphin misslungen war, einen Austausch zu bewerkstelligten, schafften ihre Verwandten am Wiener Hof schließlich im Dezember 1795. Man tauschte das junge Mädchen gegen französische Kriegsgefangene aus. Madame Royale lebte dann bis zu ihrem Tod 1851 in Österreich.

Beurteilung von Marie Antoinette

Das unschöne Zitat, dann sollen sie eben Kuchen essen, ist bis heute noch allgegenwärtig. Und auch sonst kommt Marie Antoinette in der Beurteilung der Nachwelt nicht besonders gut weg. Die einen prangern ihre Verschwendungssucht an, die anderen sehen König Ludwig XVI. durch sie negativ beeinflusst. Sie habe jeglichen Kompromiss mit dem Dritten Stand verhindert.
Bedenken sollte man bei der Beurteilung der Marie Antoinette: Sie war erst 14 als sie den zukünftigen König von Frankreich heiratete, kam aus ihrem vertrauten Umfeld an einen fremden Hof und war dort natürlich auch ein willkommener Spielball verschiedener Parteien. Als ihr Mann König wird, war sie erst 18 Jahre alt. Unstrittig ist, dass sie einen Lebensstil führte, der als verschwenderisch angesehen wurde, wohl aber auch, weil man es von ihr erwartete. Erst als das Schiff am sinken war und sie mit ihrer Familie eine Einschränkung nach der anderen erfährt und am Ende ihr dann auch noch der Prozess gemacht wird, findet sie den Mut selbst zu handeln und ihre Entscheidungen werden reifer. Zu spät um ihr Schicksal zu verhindern

Nachkommen Marie Antoinette

Insgesamt sechs Schwangerschaften sind wohl verbürgt, zwei Mal endete eine solche in einer Fehlgeburt. Nur ein Kind, Marie Thérèse Charlotte, Madame Royal, überlebt die Französische Revolution.
Marie Thérèse Charlotte, geboren 19. Dezember 1778, gestorben 19. Oktober 1851, Madame Royal, heiratet später Louis-Antoine de Bourbon, duc d'Angouleme.
Luis Joseph Xavier Francois, geboren 22. Oktober 1781, gestorben 4. Juni 1789
Louis Charles, geboren 27. März 1785, gestorben 8. Juni 1795
Sophie Hélène Beatrice, geboren 9. Juli 1786, gestorben 18. Juni 1787

Lebensdaten Marie Antoinette

Wird am 2. November 1755 als Maria Antonia Anna Josepha Johanna von Habsburg-Lothringen geboren.
Am 21. April 1770 nimmt Maria Antonia Abschied von ihrer Mutter Maria Theresia und Österreich da sie nach Frankreich verheiratet worden war.
Am 16. Mai 1770 wird aus Maria Antonia von Habsburg-Lothringen endgültig Marie Antoinette, die Frau des französischen Thronfolgers, als die eigentliche Vermählung mit dem Dauphin in Versailles stattfindet.
1774 wird sie an der Seite ihres Mannes Ludwig zur französischen Königin.
1778 wird ihre erste Tochter geboren, 1781 folgt die Geburt des Thronfolgers. Im Jahr 1780 stirbt ihre Mutter, Maria Theresia, Marie Antoinette verliert eine wichtige Ratgeberin.
1789 der Wendepunkt in ihrem Leben. Im Sommer stirbt der Thronfolger, ihr ältester Sohn. In Frankreich gärt es da bereits lange und die Französische Revolution beginnt. Im Oktober muss die königliche Familie von Versailles nach Paris übersiedeln. 1791 misslingt eine Flucht.
1793 wird König Ludwig XVI. nach einem Schauprozess hingerichtet. Am 16. Oktober 1793 folgt die Hinrichtung von Königin Marie Antoinette, zu diesem Zeitpunkt Witwe Capet.

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