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Katharina die Große

Zarin Katharina II., genannt die Große, war die erste und bislang einzige Herrscherin, der der Beiname die Große verließen wurde. Katharina stammte aus Preußen und entmachtete ihren eigenen Ehemann, Zar Peter III., um den russischen Kaiserthron zu besteigen.

Katharina II., genannt Katharina die Große, wurde am 2. Mai 1729 in Stettin geboren. Sie starb als Kaiserin von Russland am 17. November 1796 (gregorianischer Kalender, julianischer Kalender 6. November 1796) in Sankt Petersburg. Katharina ist die einzige Herrscherin, der in der Geschichtsschreibung der Beiname die Große verliehen wurde. Katharina betrieb eine erfolgreiche Machtpolitik mit der sie Russland endgültig als europäische Großmacht etablierte. Um den Zaren-Thron zu besteigen putschte sie gegen ihren eigenen Mann.

Herkunft und Familie Katharina die Große

Zarin Katharina die Große in Reiteruniform
Zarin Katharina die Große in Reiteruniform, Vigilius Eriksen, 1762
Dass sie einmal Kaiserin von Russland werden würde, war sicherlich bei ihrer Geburt im Jahre 1729 in Stettin nicht vorhersehbar gewesen. Geboren wurde sie als Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst in Stettin (heute Polen, Westpommern, zur Zeit der Geburt der kleinen Prinzessin Preußen). Ihr Vater war Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst aus dem Geschlecht der Askanier, der damals als preußischer Gouverneur in Stettin wirkte. Ihre Mutter war Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf. Sophie war das älteste Kind ihrer Eltern. Insgesamt vier Geschwister werden danach geboren, ein Bruder stirbt im Alter von zwölf Jahren, zwei Schwestern werden gerade einmal drei Jahre. Nur ihr Bruder Friedrich August erreicht das Erwachsenenalter.

Den Großteil ihrer Kindheit verbrachte die spätere Zarin in Stettin. Zu Verwandtschaftsbesuchen verließ sie ihre Geburtsstadt aber immer wieder. Und so lernte sie im Jahre 1739 im Eutiner Schloss (Ostholstein, Schleswig-Holstein) auch erstmals ihren zukünftigen Ehemann kennen, den russischen Thronfolger Großfürst Peter Fjodorowitsch. Im Januar 1744, Prinzessin Sophie war noch nicht ganz 15 Jahre alt, begann ihre Reise nach Moskau in Russland. Nach diversen Zwischenstopps, unter anderem besuchte sie in Berlin Friedrich II., erreichte sie ihr Ziel im Februar 1744. Friedrich II. war es auch gewesen, der diese Ehe vermittelt hatte. Zarin Elisabeth, die Tante Peters, war auf der Suche nach einer jungen und intelligenten Braut für Peter gewesen. Der russische Thronfolger gehörte immerhin zur Familie, er war ein Cousin zweiten Grades der Prinzessin.

Heirat in Russland

Prinzessin Sophie Ankunft in der neuen Heimat

Prinzessin Sophie legte nach ihrer Ankunft in Russland einigen Ehrgeiz an den Tag und erlernte die russische Sprache schnell. Bereits am 29. Juni 1744 wurde dann die Verlobung gefeiert, am 21. August 1745 die Hochzeit. Die Hochzeitsfeierlichkeiten für den russischen Thronfolger Peter und seiner Prinzessin aus Preußen dauerten zehn Tage. Vor ihrer Verlobung musste Sophie aber noch konvertieren. Bislang gehörte sie dem evangelisch-lutherischen Glauben an, für die Heirat trat sie zum orthodoxen Glauben über. Zu Ehren der Mutter der regierenden Kaiserin Elisabeth Petrowna erhielt Prinzessin Sophie auch deren Namen, aus Sophie wurde Jekaterina bzw. Katharina. Das orthodoxe Glaubensbekenntnis sagt Sophie bereits in russisch auf. Bereits mit ihrer Verlobung wurde aus der deutschen Prinzessin eine russische Großfürstin.

Schwierige Ehe für Großfürstin Katharina

Was sich die nun 15jährige unter der Ehe vorgestellt hat, ist nicht überliefert. Es wurde eine ziemliche Enttäuschung. Schon in der Hochzeitsnacht wurde deutlich, dass Großfürst Peter wenig Interesse oder gar Zuneigung für das junge Mädchen, seiner Braut empfand. Sie wartete auf ihre Hochzeitsnacht im gemeinsamen Schlafgemach, er feierte lieber weiter und kehrte erst spät betrunken wieder. Um sofort einzuschlafen. Später noch teilen die beiden Eheleute zwar das Bett miteinander, statt dessen spielt Peter angeblich vor dem Einschlafen mit seinen Spielzeugsoldaten.

Während der Großfürst sich dann seine eigene Welt in Oranienbaum (heute Lomonossow) schuf und dabei seiner Vorliebe für alles Preußischen nachging, insbesondere das Militär hatte es Peter angetan, interessierte sich Katharina für das Leben am Hof und war meist bestens informiert über die Vorgänge dort. Sie besuchte jeden Gottesdienst und nahm am religiösen Leben teil. Zugleich las sie viel. Katharina galt als intelligent und lebensfroh. Katharina liest Tacitus, Montesquieu, Voltaire und begeistert sich auch für die Ideen der Aufklärung.

Katharina bekommt ihr erstes Kind

Die Eheleute entfernten sich immer weiter voneinander. Und so dauerte es neun Jahre ehe Katharina das erste Kind zur Welt brachte, einen Sohn. Dieser wurde am 1. Oktober 1754 geboren. Und natürlich gab es, das die Eheleute sich wenig verstanden war schließlich kein Geheimnis, Gerüchte, dass das Kind einen anderen Vater habe. Großfürst Peter erkannte den kleinen Pawel Petrowitsch (Paul) aber ohne Umschweife als legitim an. Ein weiteres Kinder wurde geboren. Die Tochter Anna (9. Dezember 1757) starb aber bereits im März 1759.
An der Erziehung ihrer eigenen Kinder war die Großfürstin nicht beteiligt. Sowohl Paul als auch Anna wurden kurz nach ihrer Geburt von ihrer Mutter getrennt, die Erziehung übernahm die Großtante Elisabeth. Als die Anna mit nur 15 Monaten stirbt bleibt die leibliche Mutter unberührt von dem Verlust.
In dieser Zeit pflegte Katharina auch eine rege Korrespondenz zu dem französischen Philosophen Voltaire. Sie unterstützte ihn auch finanziell. Nach seinem Tod im Jahr 1778 kaufte sie, schon Kaiserin, auch die ganze Sammlung all seiner Werke auf. Im Jahr 1776 wurde sie unter Fürsprache Friedrich II. Auch als Ehrenmitglied in der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Zarin Elisabeth I. stirbt

Eine große Veränderung in Katharinas Leben war der Tod der Zarin Elisabeth I. Am 25. Dezember 1761 (julianischer Kalender, gregorianischer Kalender 5. Januar 1762) starb Elisabeth im Alter von 53 Jahren. Den Thron in Russland hatte sie 1741 bestiegen. Nach dem Tod der Zarin bestieg der Großfürst als Zar Peter III. den russischen Thron. Peter III. War der Neffe der Kaiserin, die selbst kinderlos geblieben war.

Zar Peter III. auf dem russischen Thron

Angeblich soll Peter den Tod seiner Tante auch gefeiert haben. Wenn jemand in seiner nahen Umgebung Trauerkleidung trug, reagiert er unwirsch. Das Gerücht wird gestreut statt Trauer zu zeigen feiere der neue Zar lieber. Katharina hingegen zeigt sich schwarz verschleiert in der angemessenen Pose einer Trauernden.

Seine erste Staatshandlung war ein Sonderfrieden mit Preußen. Dies bedeutete zwar das Ende des Siebenjährigen Krieges, brachte allerdings für Russland einige Nachteile. Außerdem führte Peter ein umfangreiches aufgeklärtes Reformprogramm ein, sehr zum Missfallen der konservativen Kräfte im Land.

Katharina plant einen Staatsstreich gegen Zar Peter

Die neugeschaffenen Feindschaften des Zaren nutzte Katharina und ihre Vertrauten und sie planten einen riskanten Staatsstreich. Katharina versicherte sich der Unterstützung einiger Garderegimenter. Am 28. Juni / 9. Juli 1762 (Namenstag Peter und Paul) ließ sich Katharina zur Zarin ausrufen, Zar Peter III. wurde für abgesetzt erklärt. Als sich Peter III. in Peterhof aufhielt rückte Katharina mit der Garde an, ihr Ehemann flüchtete erst nach Kronstadt und kehrte dann zurück um in Oranienbaum seine Abdankungsurkunde zu unterschreiben.

Katharina wird russische Kaiserin

Noch am Tag der Unterschrift, der entmachtete Zar unterschrieb als Peter, Herzog von Holstein, wurde Katharina in der Kasaner Kathedrale von Sankt-Petersburg durch den Metropoliten Setschin zur Alleinherrscher Russlands erklärt. Peter III. wurde festgenommen. Am 17. Juli 1762 kam der Enkel Peter des Großen unter ungeklärten Umständen ums Leben. Seine Regierungszeit als Zar hatte gerade sechs Monate gedauert.

Im Vorfeld des Staatsstreiches, in der kurzen Regierungszeit von Zar Peter III., hatten sich die Ereignisse zwischen den Eheleuten praktisch überschlagen. Im April 1762 hatte Katharina einen Sohn zur Welt gebracht. Vater war nicht der Zar sondern der Geliebte Katharinas, Grigori Grigorjewitsch Orlow. Dieses Kind galt offiziell aber als ehelich und Sohn des Zarens und hätte in Zukunft Anspruch auf den Thron erheben können. Orlow wurde im Juni 1762 entlassen. Zar Peter III. besprach sogar die Ausweisung Katharinas nach Deutschland. Zudem kamen Gerüchte auf. Nachfolgerin von Katharina an der Seite Peters solle die Zaren-Geliebte Elizaveta Woronozowa werden. Seine Entscheidungen wollte Peter anlässlich des Namenstag von Peter und Paul bekannt geben.

Genau diesen Tag wählte seine Frau Katharina für ihren Umsturz. Mit beteiligt waren auch die Brüder Orlow. Mit Wodka, Drohungen und Geld brachten sie die Garde auf ihre Seite. Mit Bestechungen wurden führende Offiziere zweier Garderegimente zur Rebellion angestiftet. Als der Putsch begann zögerte Peter zu lange gegen die Aufrührer vorzugehen.

Nach seiner offiziellen Abdankung wurde Peter als Gefangener in das Landhaus Ropscha bei Sankt Petersburg gebracht. Wie Peter genau starb ist heute noch nicht geklärt. Alexei Grigorjewitsch Orlow, der Bruder von Katharinas Liebhaber, wird immer wieder des Mordes an Peter III. Beschuldigt. Ein Brief an die Zarin soll das belegen, heute wird dieser allerdings als Fälschung angesehen.

Prinzessin Sophie die spätere Zarin Katharina II. die Große
Prinzessin Sophie die spätere Zarin Katharina II. die Große, Ölgemälde 1745, Louis Caravaque
Nach seinem Tod wird Peter aufgebahrt. Tausende Russen nahmen die Gelegenheit von ihm Abschied zu nehmen. Erst sein Sohn Paul wird 1796 nach seinem Regierungsantritt den Leichnam exhumieren und den ehemaligen Zaren mit allen Ehren in der Peter-und-Paul-Kathedrale in Sankt Petersburg beisetzen. Auch Zarin Katharina die Große sollte hier ihre letzte Ruhestätte finden.

Krönung zur Zarin

Katharina wird am 22. September / 3. Oktober 1762 in der Himmelfahrtskathedrale des Moskauer Kremls zur Zarin von Russland gekrönt. Ihre Herrschaft sollte 34 Jahre dauern. An der Entscheidung Peters den Siebenjährigen Krieg zu beenden, hielt die Zarin fest.

Katharina Politik als Zarin

Ansiedlung der Wolgadeutschen

Zarin Katharina war viel daran Gelegen Ausländer im Zarenreich anzusiedeln. So erließ sie im Oktober 1762 und im Juli 1763 jeweils ein Manifest. In der Folge kamen deutsche Bauern in die Ebenen beiderseitig der Wolga. Den Siedlern versprach Katharina Religionsfreiheit, Steuerfreiheit und das Verfügungsrecht über ihr Land. Die Sielder kamen zwischen 1763 und 1767 und gründeten in ihrem neuen Siedlungsgebiet etwa einhundert Dörfer. Ziel der Zarinnen-Einladung war es, die Steppengebiete an der Wolga zu kultivieren und die Attacken der Reitervölker aus den Nachbargebieten einzudämmen. Es entwickelte sich in der Folge eine blühende Agrarwirtschaft. Später wurde das Selbstbestimmungsrecht der Wolgadeutschen durch Zar Alexander II. (1818-1881) wieder eingeschränkt, in der Folge kommt es zu einer Auswanderungswelle.

Neue Verwaltungsstruktur für Russland

Im Jahre 1775 geht eines der wichtigsten innenpolitischen Projekte Katharinas in die Umsetzung. Mit einer Reform in diesem Jahr bekommt das Russische Kaiserreich eine neue Verwaltungsstruktur verliehen. Das große Reich wird in 40 Gouvernements eingeteilt, es wird eine neue Lokalverwaltung geschaffen. Dies gehörte zum zentralen Ziel Katharinas Innenpolitik, der Etablierung der Staatsgewalt in allen Orten des russischen Großreichs. Die groß angelegte Gouvernemensreform führte Katharina zusammen mit Graf Jacob Johann Sievers (1731-1808) durch. Mit dieser Reform gab es erstmals eine einheitliche Verwaltung.

Bildungswesen

Auch im Bildungswesen war Katharina II. sehr aktiv. So gründete sie ab 1764 erste Volksschulen und Gymnasien ebenso wie Ingenierufachschulen. Am Ende ihrer Regierungszeit gab es in allen russischen BezirksstättenVolksschulen. Und abgesehen von der Provinz Kaukasus in jeder Provinz auch ein Gymnasium. Der Schulbesuch war freiwillig und kostenfrei. Gab es zur Zeit ihres Regierungsantritts in Russland erst sechs Staatsschulen waren es 1796 immerhin 316. Und auch Bauernkinder erhielten ihre Chance. 30 Prozent der Schüler kamen aus der Bauernschaft, 22 Prozent aus dem Mittelstand.

Wohlfahrt

Außerdem gründete Katharina zahlreiche Wohlfahrtsprojekte unter anderem Hospitäler und Obdachlosenasyle.

Pockenimpfung

Zarin Katharina lädt den englischen Arzt Thomas Dimsdale nach St. Petersburg ein. Obwohl die russischen Ärzte alles andere als begeistert sind und Katharinas Ärzte das schlimmste befürchten, lässt sich die Zarin am 23. Oktober 1768 gegen die Pocken impfen. Was heute eher nach einem harmlosen Picks klingt, war damals eine Prozedur, bei der eine Lanzette in menschlichen Pockeneiter getaucht wurde. Mit dieser so infizierten Lanzette wurde dann der zu Impfende geritzt. Geimpft wird auch Paul Petrowitsch, Katharinas Sohn. Immerhin verhilft Katharina mit diesem mutigen Beispiel der Pockenschutzimpfung im Russland zum Durchbruch.

Neues Gesetzbuch

Im Jahr 1767 nimmt sich Katharina auch die Gesetzgebung vor und berief eine Kommission zur Abfassung eines Projekts für ein neues Gesetzbuch ein. Dafür wurden gewählte Vertreter aus allen Landesteilen berufen. Dabei hatte die Zarin vor allem das Ziel, das Land besser kennenzulernen. Die Verwaltung sollte den unterschiedlichen Gegebenheiten angepasst werden. Bei Ausbruch des türkisch-russischen Krieges im Jahr 1768 wurde die Kommission selbst aufgelöst, noch ein Jahr zuvor hatte sie der Kaiserin den Titel die Große und Mutter des Vaterlandes verliehen. Trotz Auflösung flossen die Ergebnisse der Kommissionsarbeit dann in die Vorbereitungen der Verwaltungsreform 1775 ein.

Toleranz aber nicht für alle

Schon den Wolgadeutschen hatte Kaiserin Katharina Religionsfreiheit gewährt. Ein Schritt weiter ging ihr Toleranzedikt vom 17. Juni 1773. Darin versprach Katharina die Duldung aller religiösen Bekenntnisse. Allerdings gilt die Toleranz nicht für alle, ausgenommen ist die große Zahl von Juden, die seit der Ersten Teilung Polens (1772) ihre Untertanen waren. Das Toleranzedikt war eine Reaktion auf die innenpolitischen Auseinandersetzungen mit den muslimischen Tataren im Reich.

Kaiserin Katharina und die Aufklärung

Mit dem französischen Philosophen Voltaire stand Katharina lange Jahre im Briefwechsel, und sicherlich stand sie der Idee der Aufklärung nahe. Im politischen Alltag schlug sich das aber nur selten nieder, sie war nun mal eine Herrscherin des immerhin aufgeklärten Absolutismus. Immerhin gehörten zu ihren zentralen Inhalten auch das Allgemeinwohl. Aber nicht immer standen ihre Ideen und ihre Philosophie für das, was sie tatsächlich tat und umsetzte. So hatte Kaiserin Katharina zwar eine kritische Haltung gegenüber der Leibeigenschaft, sie tat aber nur wenig, um die Verhältnisse der Bauern zu verbessern. Statt dessen verschlechterte sich deren Stellung in der Zeit von Katharinas Regentschaft sogar. Das Recht sich über ihre Herren zu beschweren bekamen Leibeigene aberkannt, sie konnten nur noch den Rechtsweg bestreiten. Katharina stärkte die Privilegien des Adels, schließlich brauchte sie dessen Unterstützung, war sie doch nur durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen.

Katharina bekämpfte zudem alle Impulse, die von der Französischen Revolution auf Russland übergriffen. Die Zarin vertrat die Ansicht, dass die bisherige Gesellschaftsordnung beibehalten werden müsse. Ansonsten drohe Russland in ein Chaos zu versinken.

Soziale Unruhen während der Regierungszeit Katharina der Großen

Und so kam es während ihrer Regierungszeit auch zu sozialen Unruhen. In den Jahren 1773 bis 1775 entwickelte sich aus einem Aufstand von Ural-Kosaken gegen die russische Zentralgewalt ein großflächiger Bauernkrieg. Angeführt wurden die Bauern von Jemeljan Pugatschow. Der Russische Bauernkrieg, oder auch Pugatschow-Aufstand, wurde zum Flächenbrand. Während des Aufstands wurden Angehörige zahlreicher Adelsfamilien umgebracht, es beteiligten sich neben Kosaken auch Baschkiren, Tataren, Kasachen, Kalmücken, Arbeiter vom Ural und zahlreiche Leibeigene. Angeführt wurden sie von Jemeljan Pugatschow der sich als Zar Peter III. ausgab. Im Mönchsgewand war der Mann im Winter 1772/73 a Don aufgetaucht und gab vor, der seinen Mördern entflohene Zar Peter III. Zu sein. Dabei profitierte Pugatschow davon, dass Zar Peter III. vor seiner Ermordung angekündigt hatte weitreichende Reformen zu denen auch die Aufhebung der Leibeigenschaft gehören sollten in Angriff zu nehmen. Noch Jahrzehnte nach seinem Tod, der Zar war 1762 gestorben, brachte dies ihm einen legendären Ruf beim Volk ein. Davon profitierte Pugatschow in dem er sich als Zar ausgab. Am Ende wurde der Aufstand niedergeschlagen. Die kaiserlichen Truppen unter Alexander Suworow siegten Anfang 1775. Es gelang ihnen Pugatschow gefangen zunehmen und dieser wurde schließlich hingerichtet. Bei der Rebellion gegen die Zarin fallen 22.000 Menschen.

Schuld an dem Aufstand, so der russische Adel, sei ein Roman von Alexander Radischtschew gewesen. Der Roman mit Titel Reise von Petersburg nach Moskau prangerte die Leibeigenschaft ebenso an wie die Unmenschlichkeit der herrschenden und weitgehend verkommenen aristokratischen Klasse. Zarin Katharina ließ Radischtschew schließlich wegen dieses Buches auch verfolgen und verurteilte den russischen Philosophen und Schriftsteller auch zum Tode. Die Todesstrafe wurde dann in zehn Jahre Verbannung umgewandelt. Bis zum Verbot des Buches Reise von Sankt Petersburg nach Moskau hatte Katharina noch eine moderate Zensur ausgeübt, das änderte sich von nun an.

Katharina und Iwan VI.

Zarin Elisabeth, die Tochter von Zar Peter dem Großen, war durch die Entthronung des erst wenige Monate alten Zaren Iwan VI. an die Macht gekommen. Dieser war von 1740 bis 1741 der nominelle Kaiser von Russland. Das Kleinkind wird dann getrennt von seinen Eltern gefangen gehalten. Kaiserin Katharina II. sucht Iwan VI. kurz nach ihrem Regierungsantritt wohl auf und gibt Anweisung den jungen Mann, der deutlich von der langen Haftzeit gezeichnet ist, niemals frei zu lassen außer auf ihre eigene Anweisung hin. Sollte es zu einer Befreiungsaktion kommen solle man ihn eher töten als ziehen zu lassen. Nach 23jähriger Haft stirbt Iwan VI. im Jahr 1764 in Schlüsselburg bei Sankt Petersburg. Ermordet, angeblich im Laufe eines Befreiungsversuchs. Es soll eine Verschwörung gegeben haben, deren Ziel es war Katharina durch Iwan VI. zu ersetzen.

Außenpolitik der Kaiserin

Siegreiche Katharina die Große beim Krieg gegen die Türken
Siegreiche Katharina die Große beim Krieg gegen die Türken, 1772, Stefano Torelli
Keinem russischen Herrscher zuvor war es gelungen den Machtbereich Russlands in einem Maße auszubauen wie es Katharina II. tat. Zu Beginn ihrer Herrschaftszeit war der Siebenjährige Krieg beendet, in ihre Zeit als Herrscherin fallen zwei russisch-türkische Kriege. Einmal von 1768 bis 1774 sowie von 1787 bis 1792. Dabei eroberte Russland den Zugang zum schwarzen Meer und weite Küstengebiete. In ihre Herrschaftszeit fällt außerdem die Teilung Polens. Drei Mal wurde Polen aufgeteilt, Russland gewann eine Millionen Quadratkilometer Land hinzu sowie sechs Millionen neue Einwohner. Kurz vor der dritten Teilung Polens hatte der polnische Reichstag am 3. Mai 1791 die erste schriftliche Verfassung Europas verabschiedet. Katharina die Große befürchtet die Ausbreitung revolutinärer Gedanken. Und so marschieren ihre Truppen in Polen ein. Die Verfassung wird annulliert. 1793 kommt es zur zweiten Teilung, 1795 teilt man sich auch den Rest Polens auf.

Weitere Kriegsprojekte waren unter anderem der Griechische Plan. Die Eroberung Konstantinopels und die Neugründung des Byzantinischen Reichs unter russischer Herrschaft scheiterte jedoch. 1783 wurde dann noch die Krim erzwungenermaßen eingegliedert. In Europa glänzte Katharina hingegen als Vermittlerin im Frieden von Teschen, der den Bayerischen Erbfolgekrieg beendete. Als die USA im Unabhängigkeitskrieg mit England stehen organisiert sie eine Koalition für bewaffnete Neutralität zum Schutz des neutralen Handels. Und auch ihre Wurzeln gingen nicht völlig vergessen. Ihr Bruder Fürst Friedrich August von Anhalt-Zerbst stirbt 1793. Und Katharina die Große erbte in Folge des Todes ihres Bruders die Herrschaft Jever, die damit unter russische Herrschaft kam. In Jever setzte sie ihre Schwägerin Friederike Auguste Sophie als Statthalterin ein.

Kaiserin Katharina und ihre Liebhaber

Mehr als 20 Liebhaber der Kaiserin sind namentlich bekannt. Die Beziehungen waren zwar langfristig, hielten aber dennoch meist nur wenige Jahre. In die Politik einmischen durften sich die Liebhaber der Kaiserin im Regelfall nicht, versucht wurde es dennoch. Nach der Trennung bekamen viele ihrer abgelegten Liebhaber großzügige Geschenke gemacht. Verfolgt oder gar bestraft wurde nach der Trennung keiner.

Unter den mehr als 20 Liebhabern Katharinas sind einige, die etwas mehr im Lichte der Geschichte stehen.

Katharinas Erster Liebhaber

Graf Saltykow war wohl ihr erster Liebhaber. Das Verhältnis begann bereits als Katharina noch Großfürstin war und noch mit dem Thronfolger Peter verheiratet war. Sergei Saltykow war wahrscheinlich auch der Vater des späteren Zaren Paul I., auch wenn dieser von Peter anerkannt worden war. Nach der Geburt von Paul musste Saltykow den russischen Hof verlassen. Er wurde erst Sonderbotschafter und später russischer Gesandter.

Der Liebhaber, der König wird

Stanislaus II. August Poniatowski, kam nach Petersburg als Gesandter des polnischen Königs August III. als Zarin Elisabeth noch lebte. Stanislaw August begann wurde für mehrere Jahre Liebhaber der Großfürstin. Wahrscheinlich war er auch der Vater von Tochter Anna. 1764 stirbt der polnische König August und Stanislaw wird mit massiver Unterstützung aus Russland neuer König von Polen. Die drei Teilungen Polens konnte er trotz seines alten Verhältnisses zur Kaiserin aber nicht verhindern. Nach der dritten Teilung Polens dankt Stanislaw II. August schließlich 1795 ab.

Der Liebhaber, der beim Staatsstreich mithilft

Graf Grigori Orlow, war gemeinsam mit seinem Bruder Alexei maßgeblich an der Machtübernahme von Zarin Katharina und der Entmachtung ihres Ehemanns, Zar Peter III., beteiligt gewesen. Grigori Orlow hatte wohl auch gehofft nach dem Putsch und vor allem nach dem Tod von Zar Peter neuer Ehemann der Kaiserin zu werden, zu einer Ehe kam es aber nicht. Orlow wurde jedoch reich für seine Unterstützung belohnt und zum Generalfeldzeugmeister ernannt. Grigory Orlov und die Kaiserin hatten auch zwei Kinder, die 1761 und 1762 geboren wurden. Orlow schenkte später Kaiserin Katharina auch den berühmten, nach ihm benannten Orlow-Diamanten (auch Orloff-Diamant der Zarin Katharina II.). Dieser wurde in das Zepter der russischen Zaren eingesetzt.

Die Große Liebe der Kaiserin

Fürst Grigori Potjomkin gilt als große Liebe der Zarin. Der Fürst und Katharina sollen sogar heimlich geheiratet haben. Potjomkin (Gregor Alexandrowitsch Potemkin) war Mitglied des Reichsrates und Präsident des Kriegskollegiums. Er baute die Schwarzmeerflotte aus und gründete die Städte Sewastopol und Cherson. In Erinnerung bleiben werden aber wohl vorallem die berühmten Potemkinschen Dörfer. Der Legende nach soll Potemkin Katharina die Große bei ihren Inspektionsreisen durch Neurussland mit Dorfattrappen getäuscht haben, um ihr die fortgeschrittene Besiedlung der neuen Gebiete vorzuspiegeln. Eine Legende, die wohl dem Neid anderer russischer Adliger entsprang.

Ein Liebhaber, der die Kaiserin verlässt

Graf Alexander Dmitriev-Mamonov war zwischen 1786 und 1789 Liebhaber Katharinas. Er fiel dann in Ungnade, er verließ die Zarin zugunsten einer sechzehnjährigen Hofdame. Katharina war da etwa 60 Jahre alt. Katharina macht dem Grafen noch Geschenke, befiehlt ihm aber am Tag der Hochzeit St. Petersburg zu verlassen. Später versuchte Graf Dmitrijew-Mamonow wieder die Gunst der Kaiserin zu erlangen, diese bleibt ihm aber verwehrt.

Der letzte Liebhaber der Kaiserin

Fürst Platon Alexandrowitsch Subow, war Zarin Katharinas letzter Liebhaber.

Tod von Kaiserin Katharina

Katharina die Große starb am 17. November 1796 in Sankt Petersburg im Alter von 67 Jahren. Offiziell werden die Folgen eines Schlaganfalls als Todesursache angegeben.

Grab der Zarin

Zarin Katharina die Große wurde in der Peter-und-Paul-Kathedrale in Sankt Petersburg beigesetzt. Im Innenraum der Kathedrale liegen die meisten russischen Kaiser seit dem 18. Jahrhundert. Katharina erhält auch bald Gesellschaft, ihr Sohn, Zar Paul, lässt die Gebeine ihres Ehemanns, Zar Peter III. in die Kathedrale umbetten.

Erinnerung an Katharina II.

Zu Ehren von Zarin Katharina II. Der Großen wurden zahlreiche Denkmäler errichtet. Unter anderem natürlich auch in St. Petersburg aber auch in Odessa. In Zerbst selbst wurde 2010 ein Denkmal zu ihren Ehren eingeweiht und zwar am 9. Juli 2010. Am 9. Juli 1744 war Prinzessin Sophie von Anhalt-Zerbst vom evangelisch-lutherischen Glauben zum orthodoxen Glauben übergetreten und hatte den Namen Katharina erhalten.

Russische Nationalbibliothek

Im Jahre 1795 gründete Kaiserin katharina II. Aus ihren privaten Sammlungen der bibliotheken von Voltaire und Diderot die Russische Nationalbibliothek. Nach der Russischen Staatsbibliothek in Moskau ist die Russische Nationalbibliothek in St. Petersburg hetute die zweitgrößte Bibliothek Russlands. Sie war die erste öffentlich zugängliche Bücherei des russischen Reichs.

Kinder Katharina die Große

Paul, geboren am 1. Oktober 1754, gestorben am 23. März 1801, folgt später seiner Mutter auf dem Zarenthron nach. Gerüchteweise ist Paul das Kind von Sergei Wassiljewitsch Graf Saltykow gewesen, eindeutige Beweise dafür gibt es aber nicht. Zudem soll Paul Peter ähnlicher gesehen haben als dem Liebhaber seiner Mutter. Wird im Alter von 42jahren Kaiser. 1801 wird er bei einem Attentat von Verschwörern au Kreisen des Adels getötet.

Anna Petrovna, geboren am 9. Dezember 1757, gestorben am 8. März 1759. Erhielt den Namen Anna Petrowna, einer Tochter Peter dem großen und der Mutter von Zar Peter III. Auf Betreiben der Großfürstin Elisabeth entgegen dem Willen Katharinas.

Elizabeth Alexandrowna Alekseeva, geboren 1761, gestorben 1844, Vater Orlov. Elizabeth heriatet später Friedrich Maximilian Klinger, einen deutschen Dichter und Dramatiker.

Alexei Grigorievich Bobrinsky, geboren am 11. April 1762, gestorben am 20. Juni 1813. Sein Vater war Grigory Grigoryevich Orlov. Alexei Borbrinsky heiratete später die Baronin Anna Dorothea von Ungern-sTernberg.

Hausarbeit Katharina die Große

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