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Kaiserin Zauditu

Zauditu wurde am 29. April 1876 in Ejersa Goro geboren. Die Kaiserin starb am 2. April 1930. Kaiserin Zauditu war die erste Monarchin von Äthiopien. Und Zauditu war die erste Frau, die in Afrika der Neuzeit an der Spitze eines Staates stand.

Zauditu (auch Zawditu, englisch Zewditu, französisch Zéouditou) wurde am 29. April 1876 in Ejersa Goro geboren. Die Kaiserin starb am 2. April 1930. Kaiserin Zauditu war die erste Monarchin von Äthiopien. Und Zauditu war die erste Frau, die in Afrika der Neuzeit an der Spitze eines Staates stand.

Getauft worden war Zauditu auf den Namen Askala Maryam, Askal of Mary, eine Blumenart. Ihr Rufname Zauditu stammte von dem Amharischen Wort für Krone.

Zauditu Familie und Herkunft

Zauditu war die älteste Tochter von Negus (König) Menelik, dem späteren Kaisers Menelik II. (1889-1913 Kaiser von Äthiopien) und dessen erster Ehefrau Woizero Abechi. Zauditu heirate 1886 gerade einmal zehn Jahre alt, Araya Setassie Yohannis, Sohn und Erbe von Kaiser Yohannes IV. (Regierungszeit als Kaiser von Äthiopien 1872-1889). Eine politische Heirat, die allerdings im Jahre 1888 durch den Tod des Ehemanns Araya Selassie Yohannis endet. Und durch die Ehe der beiden sollte eigentlich ein Bündnis zwischen den Eltern entstehen, der Zwist hielt aber an. Kinder entstanden aus dieser politischen Zweckehe nicht. Nach dem Tod ihres Ehemanns verlässt Zauditu den Hof von Kaiser Menelik und kehrt in ihr Elternhaus zurück. Obwohl ihr Vater Menelik und ihr Schwiegervater Yohannes verfeindet waren unterhält Zauditu zu beiden eine gute Beziehung.

Kaiserin Zauditu von Äthiopien
Kaiserin Zauditu von Äthiopien
Ihr Vater wird nach dem Tod von Kaiser Yohannis IV in der Schlacht von Metemma selbst Kaiser von Äthiopien (1889).

Zauditu heiratet nach ihrer kurzen Ehe dann noch zwei Mal ehe es zu ihrer letzten Eheschließung kommt. Ihr letzter Ehemann ist Gugsa Welle, der Neffe ihrer Stiefmutter Taytu. Diese Ehe wird als glücklich bezeichnet. Zauditu und ihre Stiefmutter kamen bereits vor der Ehestiftung gut miteinander aus, die Heirat mit deren Neffen verstärkte die Verbindung der beiden noch einmal.

Ihr Vater stirbt 1913. Den Kaiserthron übernimmt der 1897 geborene Lij Iyasu, der Sohn von Hewditus Halbschwester Shewa Regga. Iasyu sieht in Zauditu eine potentielle Bedrohung für seine Herrschaft und verbannt sie und deren Mann aufs Land. Kaiser Menelik, Großvater von Iasuy und Vater von Zauditu, hatte den Enkel 1909 zu seinen rechtmäßigen Erben ernannt. Rückhalt fand der junge neue Kaiser in Äthiopien allerdings schon wegen seiner Herkunft, sein Vater war ein Landesfürst aus Wollo, ein früherer Muslim, der von Yhannes IV. zwangskonvertiert worden war, nicht. Im beginnenden 1. Weltkrieg (1914-1918) sympathisiert Iyasu mit dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und dem (pan)islamischen Osmanischen Reich. Schließlich kommt es zu einer Rebellion gegen seine Herrschaft, die wohl auch von britischen Agenten mit angefacht wurde. Offiziell wird Jesus gestürzt und abgesetzt, bis 1921 bleibt er weitgehend machtlos Gegenkaiser. Er stirbt 1935.

Zauditu wird Kaiserin von Äthiopien

Kaiserin von Äthiopien wurde Zauditu am 27. September 1916 nach dem Sturz ihres Vorgängers Kaiser Jesus V. (Iyasu V.). Zauditu wird dabei von der konservativen äthiopischen Aristokratie unterstützt, ihre Verwandtschaft, insbesondere ihre Stiefmutter und Tante von Gugsa Welle, Zauditus Ehemann, findet weniger Gefallen bei den Aristokraten. Diese versuchen den Einfluss der Kaiserinnenwitwe zu begrenzen und so wird ihr Neffe Gugsa Welle mit einem Amt in der Provinz betraut und damit vom Hof entfernt. Ein Schlag der sich eigentlich gegen Taytu richtete, aber wohl auch Kaiserin Zauditu verärgerte.

Besonders glücklich war Zauditu als Kaiserin von Äthiopien wohl nicht. Zum einen die Trennung von ihrem Mann, zum anderen der Sturz von Lij Iyasu, ihrem eigenen Neffen, der von ihrem Vater, den sie selbst verehrte, zum Nachfolger ausgesucht worden war. Als ihr Neffe dann noch wegen Apostasie (Abwendung von der Religion, ihr Neffe soll zum Islam konvertiert sein) exkommuniziert wird, ist es für Kaiserin Zauditu besonders bitter. Und das obwohl sie in den ersten Jahren ihrer Herrschaft gegen den Gegenkaiser kämpfen muss. Sie zieht sich immer mehr von der Verantwortung des Staates in eine Welt des Fastens und des Gebetes zurück. Die Tafari Makonnen gelangen in der Folge zu Stärke und erheblichem Einfluss bei Hofe.

1928 bekommt Zauditu einen Mitkaiser, Haile Selassie (Tafari, 1892-1975) an die Seite gestellt, dieser hat faktisch die Macht in Äthiopien inne. Haile Selassie, der auch ihr Erbe wird, genisst große Unterstützung insbesondere bei den jüngeren Adligen.

Am 31. März 1930 kam ihr Ehemann Gugsa Welle ums Leben. Er hatte versucht, in Begemder eine Rebellion gegen Haile Selassie zu starten und damit seiner Frau wieder die Regentschaft zu sichern, und wurde in der Schlacht von Anchem von der modernisierten äthiopischen Armee geschlagen und getötet. Die Eheleute waren schon lange getrennt worden.

Tod von Kaiserin Zauditu

Zauditu litt an Diabetes. Sie starb zwei Tage nach ihrem Mann. Heute weiß man, dass die Kaiserin an Diabetes litt und auch an Typhus erkrankt war. Einige diplomatische Quellen aus Addis Abeba berichteten wohl, dass die Kaiserin so hohes Fieber hatte, dass man sie in einen großen Behälter mit kaltem heiligen Wasser tauchte, um sie zu heilen. Ihr Körper erlitt allerdings einen Schock und sie starb.

Der Legende nach starb Zauditu aus Schock und Trauer als sie vom Tod ihres Mannes hörte. Allerdings gibt es auch Quellen, die davon ausgehen, dass Zauditu zum Zeitpunkt ihres Todes noch gar keine Kenntnis davon hatte, dass ihr Ehemann gestorben war. Und natürlich gab es auch Gerüchte, dass Kaiser Haile Selassie I. und seine Anhänger von dem Tod des Ehemanns erfahren hatten, sich sicher fühlten und die Kaiserin vergifteten.

Die Spekulationen über die genaue Todesursache von Kaiserin Zauditu gibt es bis heute.

Nach dem Tod der Kaiserin regierte der bisherige Mitkaiser Haile Selassie I. als alleiniger Kaiser von Äthiopien.

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