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Agnes Sorel

Agnes Sorel, Mätresse des französischen Königs Karl VII., stirbt 1450 an einer Quecksilbervergiftung nach dem sie sechs Jahre die Geliebte des Königs von Frankreich war.

Das genaue Geburtsdatum der Agnes Sorel ist unbekannt, angenommen wird das Jahr 1410 oder 1422. Geboren wurde die spätere Mätresse des französischen Königs Karl VII. wohl auf Schloss Fromenteau, wobei heute weder Lage des Schlosses noch der Ort, in dem es Stand wirklich bekannt sind. Agnes Sorel starb am 9. oder 11. Februar 1450 in Anneville-sur-Seine an einer Quecksilbervergiftung. Mätresse des französischen Königs wurde sie 1444.

Agnes Sorel Familie und Herkunft

Agnes Sorel entstammte dem niedrigem Adel. Ihr Vater war Jean Soreau, ein Soldat, und ihre Mutter Catherine de Maignelais. Agnes von Sorel diente zunächst Isabella, Herzogin von Lothringen, Ehefrau von König René von Neapel als Hofdame. Sie wird von Zeitgenossen als außergewöhnlich schön und äußerst intelligent beschrieben.

René von Neapel war ein Schwager des französischen Monarchen Karl. Bei einem Besuch von René bei seinem Schwager lernte dieser auch Agnes Sorel kennen und im Laufe der Zeit wohl auch lieben. Karl VII. machte seine Geliebte zur Ehrendame seiner Ehefrau Marie d'Anjou und beschenkte sie reichlich. Unter den Schlössern und Landsitzen befand sich auch das Schloss Beauté-sur-Marne in der Nähe von Paris, daher wird Agnes Sorel auch Dame de Beaute genannt. Als ihre private Residenz erhält sie zu dem das Schloss von Loches, hier soll Karl, damals noch Dauphin, im Juni 1429 Jeanne d'Arc nach der erfolgreichen Belagerung von Orléans empfangen haben, die ihn davon überzeugte, sich in Reims zum König krönen zu lassen. Aber auch die Familie der Geliebten kommt nicht zu kurz. Der König versorgt sie mit einflussreichen Posten.

Agnes Sorel wird Mätresse des französischen Königs

Ab 1444 gilt Agnès Sorel als offizielle Geliebte des Königs von Frankreich. Sie wird damit als erste offizielle Mätresse (maitresse de titre ) am französischen Königshof geführt. Agnes Sorel hatte als Hofdame und Mätresse des Königs einigen Einfluss am französischen Königshof. Bekannt ist auch, dass sie die Mode der unbedeckten Brust einführte.

Tod der Agnes Sorel

1450 ist Agnès Sorel erneut schwanger. Sie besucht ihren Geliebten Karl in einem Lager während eines Feldzuges gegen die Engländer in Jumièges in der Normandie. Kurz danach erkrankt die Mätresse schwer. Ob sie da bereits ihr jüngstes Kind zur Welt gebracht hat, der Überlieferung nach einen Sohn oder immer noch bzw. schon wieder schwanger war, ist etwas undurchsichtig. Ihre Krankheit wird von Zeitgenossen als flux de ventre (Bauchfluss) bezeichnet. Sehr bald nach ihrem Tod am 9. oder 11. Februar 1450 in Anneville-sur-Seine kommen Gerüchte auf, die Geliebte des Königs wäre vergiftet worden. In Verdacht gerät der 26jährige Sohn Karls, der spätere König Ludwig XI., der die Geliebte seines Vaters zeitlebens mit seinem Hass verfolgt hatte. Bewiesen kann Ludwig weder der Mord selbst, noch der Auftrag dazu.

Nachfolgerin als Mätresse

Nach dem Tod der Agnes Sorel wird Antoinette de Maignelais, eine Cousine ersten Grades von Agnès Sorel neue Mätresse des Königs.

Spätere Untersuchungen Agnes Sorel - Mord? Unfall?

1450 kann der Mord an Agnes Sorel nicht bewiesen werden. Im Jahre 2004 wird das Grab der Mätresse geöffnet und kriminalistisch untersucht. Dabei wird nachgewiesen, dass sie an einer Quecksilbervergiftung starb. Zudem war Agnes Sorel im siebten Monat schwanger und litt an einem Wurmbefall. Im 15. Jahrhundert war eine Quecksilberbehandlung bei Wurmbefall wie auch gegen Geburtsbeschwerden üblich. Bekannt war auch die Dosierung, die als ungefährlich gilt. Zwar konnte die kriminalistische Untersuchungen keine absichtliche Tötung der Mätresse beweisen, da damals aber die Gabe von Quecksilber ein erprobtes Mittel war, geht man davon aus, dass ihr absichtlich eine zu hohe, tödliche, Dosis verabreicht wurde. Nach Abschluss der Untersuchungen werden die Gebeine von Agnes Sorel im April 2005 in der Stiftskirche von Loches erneut beigesetzt.

Kinder Agnes Sorel und König Karl von Frankreich

Vier Kinder hatte das Paar, allesamt Töchter, eins starb bereit als Säugling.
Marie Marguerite de Valois (Marie de France, geboren um 1434; gestorben 1477), die am 28. Oktober 1458 mit Olivier de Coëtivy, Herr von Taillebourg (Haus Coëtivy), verheiratet wurde.
Charlotte (Charlotte de France, geboren um 1436; gestorben 1477), die am 1462 mit Jacques de Brézé (Haus Brézé) verheiratet wurde, der sie in den Armen ihres Liebhabers mit dem Schwert ermordete.Charlotte de France hatte mit ihrem Mann Jacques de Bréze einen Sohn, Louis de Bréze (gestorben 1513), Ehemann der Diane de Poitiers (1499-1566), die nach dem Tod ihres Mannes, Mätresse des späteren Königs Heinrich II. wird.
Jeanne (Jeanne de France, geboren um 1439, Todesdatum unbekannt), die am 25. Dezember 1461 von Ludwig XI. mit Antoine de Bueil (Haus Bueil) verheiratet wurde.
Tochter (geboren und gestorben am 3. Februar 1450) war eine Frühgeburt, die nach sechs Monaten Schwangerschaft geboren wurde und wenige Stunden nach der Geburt verstarb

Nachfahren Agnes Sorels

Zu Agnes Sorels und König Karls Nachfahren zählen unter anderem der heutige Herzog von Orléans, Prinz Jacques von Frankreich sowie der Prinz Charles Emmanuel von Bourbon-Parma.

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